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Die Frage der verwaisten Werke

Viele Beobachter sagen: Wunderbar, dass Google Zugang zu Büchern schaffen will, auf die man derzeit nicht zugreifen kann. Aber die Monopolbefürchtungen sind nicht unbegründet. Daher wäre es das Beste, das Settlement zu genehmigen, aber nur in veränderter Form.

Das Settlement hätte großen Nutzen für Menschen in der ganzen Welt. Der größte Streitfall sind die verwaisten Werke, also Bücher, die urheberrechtlich geschützt sind, auf die aber niemand Anspruch erhebt. In seiner aktuellen Form würde Google eine Art Exklusivgenehmigung bekommen, diese Bücher online zugänglich zu machen. Die Verlagsindustrie hat das nicht im Geringsten interessiert, als das Settlement verhandelt wurde. Die verwaiste Werke gehören ihnen nicht, also sind sie ihnen egal. Wer Einspruch erhoben hat, waren Verbraucherschützer und Akademiker, und auf einmal kommen Yahoo und Microsoft und sagen: Was ist denn eigentlich mit verwaisten Werken? Das haben sie genutzt, um die Sympathie des Richters und der Öffentlichkeit zu bekommen.

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Golem.de: Wie wird Google reagieren?

Rosenblatt: Meine Information ist, dass Google bereit ist, die exklusiven Rechte aufzugeben. Wenn das passiert, wäre der größte Widerstand gegen das Settlement weg. Es wird anderen Widerstand geben: Manche Autoren sind mit den finanziellen Bedingungen nicht einverstanden, aber es wird schwer sein zu begründen, dass man alles zunichte machen und sich jahrelang vor Gericht streiten muss - so, wie es vor dem Settlement war. Das wäre keine gute Idee. Google hat riesige Summen in die Digitalisierung gesteckt. Das Unternehmen wird davon profitieren, aber die Allgemeinheit ebenfalls.

Golem.de: Sie haben an anderer Stelle gesagt, dass die Klage Viacoms gegen Youtube großen Einfluss auf Googles Buchprojekt haben kann. Wie hängen diese beiden Fälle zusammen?

Viacom und Youtube

Rosenblatt: Viacom hat Youtube auf circa zwei Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt, um zu verhindern, dass urheberrechtlich geschützte Videos bei Youtube gezeigt werden. Viacom will, dass Youtube jedes Video daraufhin kontrolliert, ob Rechte verletzt werden oder nicht. Die Inhalte sollen also daraufhin gefiltert werden, ob sie urheberrechtlich geschütztes Material enthalten oder nicht. Youtube, das Google gehört, widerspricht und sagt, dass man alles tut, was das US-Recht verlangt.

Zum einen, indem jeder Rechteinhaber den sogenannten "Notice and takedown"-Weg gehen kann: Wenn Youtube darauf aufmerksam gemacht wird, dass ein Video Urheberrechte verletzt, wird es sofort gelöscht. Zum anderen sagt Youtube, dass es Fingerprintingsysteme bereits einsetzt, um Videos zu filtern, aber es gibt viele Zweifel daran, wie engagiert das gemacht wird und wie effektiv es ist. Viacom geht das ohnehin nicht weit genug. Es will erreichen, dass Youtube jedes Video, das dort veröffentlicht wird, vorab auf seine Rechtmäßigkeit prüft. Youtube müsste also eine Art Haftung für das Verhalten Dritter übernehmen.

Golem.de: Und warum will Viacom das erreichen?

Rosenblatt: Weil es verhindern will, dass die Inhalte überhaupt auf Videosites landen, und weil es Youtube zwingen will, die Kosten zu übernehmen. Viacom zahlt Millionen und Abermillionen Dollar dafür, Videos daraufhin zu prüfen, ob seine Rechte verletzt sind - nicht nur bei Youtube, sondern auch bei Dailymotion und woanders. Es gibt tatsächlich Räume voll mit Menschen, meist Studenten, die auf Youtube herumsuchen. Das ist eine Sisyphosaufgabe, die eine Menge Geld kostet.

Die Hoffnung, dass der Kongress ein Gesetz zugunsten von Viacom erlässt, hat die Firma im Moment aufgegeben, also ist sie vor Gericht gezogen. Wenn das Gericht zugunsten von Viacom entscheidet, dann sind auch bei Google Books die Karten neu gemischt. Es kann aber noch Jahre dauern, bis eine Entscheidung fällt. Das Verfahren läuft seit zwei Jahren und das Gericht ist noch immer bei der Beweisaufnahme. Wahrscheinlich wird es eine außergerichtliche Einigung geben, denn ein Gerichtsverfahren ist ein Glücksspiel.

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Blair 02. Okt 2009

Soso. Durch was denn bitte? Durch Spenden? Das ist völlig illusorisch. Nein ist völlig...

Blair 02. Okt 2009

Aber nur in wenigen Fällen für kommerziele Ziele geeignet. Wenn man viele Bücher unter...

Blair 02. Okt 2009

PDF unterstützt DRM du Held.

Blair 02. Okt 2009

Begründung deiner Behauptung im Titel? Sollte iegntlich selbstverständlich sein.

hihi 02. Okt 2009

"Es ist bekanntlich schwer, die US-Regelung zu Fair Use in einem DRM-System zu...



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