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Computerspieler kämpfen aggressiver gegen Fremde

Alte psychologische Muster laufen auch bei Gamern ab. Tipp für Multiplayerfans: Am meisten Leidenschaft ist bei Matches gegen Unbekannte im Spiel – jedenfalls aus evolutionspsychologischer Sicht. Wissenschaftler haben anhand von Unreal Tournament herausgefunden, dass bei Partien mit Freunden deutlich weniger Testosteron in die Blutbahn gerät.
/ Peter Steinlechner
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Aus Sicht der Evolution ergibt es Sinn: Wenn etwa ein Steinzeitmensch gegen Angehörige eines fremden Clans kämpft, dann sorgt mehr Testosteron für besonders viel Aggressivität und somit womöglich für die Vernichtung des Feindes und den Sieg. Wenn es hingegen am heimischen Lagerfeuer zum Streit über ein Säbelzahntigersteak kommt, sollte der Zwist nicht allzu dramatisch verlaufen – schließlich ist man später wahrscheinlich noch auf die Verwandten oder Bekannten angewiesen. Entsprechend ist weniger Testosteron und somit weniger Aggression im Spiel.

Diese Mechanismen laufen nach Studien von Evolutionspsychologen an der University of Missouri in Columbia(öffnet im neuen Fenster) auch in Computerspielen ab. Die Ergebnisse sind im New Scientist(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Die Wissenschaftler haben aus 42 Studenten mehrere Gruppen mit je drei Teilnehmern gebildet und sie mehrere Tage lang mit Unreal Tournament 2004 im Modus "Onslaught" trainieren lassen. Bei anschließenden Multiplayerpartien stieg der Testosteronlevel bei den Spielern besonders stark an, die gegen ihnen unbekannte Gruppen antreten mussten. Die höchsten Werte erzielten Studienteilnehmer, die besonders viel zum Erfolg ihres Teams beigetragen hatten.

Bei der Studie ging es übrigens nicht darum, Computerspieler und ihre Aggressionen aus moralischer Sicht zu beurteilen, oder um Jugendschutzfragen. Eigentlich wollten die Wissenschaftler ihre Untersuchungen an Sportlern durchführen – deren durch die Bewegung stärker angeregter Stoffwechsel lässt aber genaue Testosteronmessungen nur schlecht zu.


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