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App Catalog: Palms Prüfprozess erzürnt Softwareentwickler

Zwei WebOS-Programme warten seit Monaten auf Freigabe durch Palm. Der Softwareentwickler Jamie Zawinski klagt über Palms Prüfprozess für den App Catalog. Der App Catalog ist die einzige offizielle Möglichkeit, Applikationen für WebOS -Smartphones anzubieten. Zawinski kritisiert die lange Prüfdauer und einige Anforderungen, die Palm an Entwickler und ihre Produkte stellt.
/ Ingo Pakalski
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Der Open-Source-Entwickler Jamie Zawinski(öffnet im neuen Fenster) hat vor Jahren für den Netscape Navigator gearbeitet und gilt als Schöpfer des Begriffs Mozilla. Für das Palm Pre hat Zawinski zwei Applikationen portiert, die es bereits für andere Plattformen gibt: eine Software zur Berechnung für Trinkgeld(öffnet im neuen Fenster) sowie die Uhr Dali Clock(öffnet im neuen Fenster) . Beide Programme wurden bisher nicht im App Catalog von Palm freigegeben.

Zwei Programme vom Juni nicht im App Catalog erschienen

Nach Schilderung von Zawinski(öffnet im neuen Fenster) hat er beide Applikationen wenige Tage nach dem US-Marktstart des Palm Pre im Juni 2009 fertiggestellt. Seit Juli 2009 sammelt Palm Software für den App Catalog und Zawinski reichte seine beiden Programme ein, nachdem er eine zehnseitige Vereinbarung unterzeichnet hatte. Außerdem meldete er sich bei der von Palm eingerichteten Webseite zur Anmeldung von Applikationen an.

Im August 2009 wurde die Webseite dann von Palm geschlossen und ein neues Portal für App-Catalog-Software eröffnet. Auch dort meldete sich Zawinski an. Von Juli 2009 bis September 2009 gab es dann einen umfangreichen E-Mail-Austausch zwischen Zawinski und Palm. Er erfuhr, dass Palm nur Applikationen annimmt, die eine Versionsnummer aufweisen, die kleiner als 1.0 ist. Die Uhr Dali Clock besaß aber bereits die Versionsnummer 2.31.

Und tatsächlich zeigen die meisten Applikationen auf dem Palm Pre eine Versionsnummer, die kleiner als 1.0. ist. Nur wenige neue Programme besitzen eine Versionsnummer, die höher als 1.0 ist. Zudem verlangte Palm, dass die Programme von Zawinski exklusiv im App Catalog angeboten werden. Er stellt seine Open-Source-Applikationen aber auch auf seiner Webseite zur Verfügung, unter anderem als Quelltext und als ausführbare Applikation. Beide Programme sollte er Mitte August 2009 auf Wunsch von Palm von seiner Webseite nehmen, was er verweigerte.

Dieses Vorgehen kritisiert Zawinski scharf und wundert sich, dass der Distributionsweg im Unterschied zu PalmOS für WebOS so stark reglementiert wird. Für PalmOS gibt es keinen zentralen Softwareshop, denn Applikationen können bei verschiedenen Anbietern bezogen werden. Wenn der Entwickler den Verkauf seiner Software über die eigene Homepage abwickeln will, ist auch das möglich. Allerdings orientiert sich Palm bezüglich des App Catalog an Apples Ansatz für den App Store, einen zentralen Onlineshop. Ein zentraler Ansatz erleichtert Gerätebesitzern das Finden von Applikationen.

WebOS-Applikationen dürfen nur im App Catalog angeboten werden

Im September 2009 dann lenkte Palm ein und erlaubte Zawinski nun, dass er seine Applikationen auch auf seiner Webseite anbieten darf. Als er sich für das Entgegenkommen bedankte und erfahren wollte, wann seine Programme im App Catalog erscheinen werden, gab es einen weiteren Rückschlag für ihn. Er wurde aufgefordert, ein geprüftes Paypal-Konto vorzuweisen und 99 US-Dollar im Jahr zu bezahlen, um kostenlose Software über den App Catalog zu verteilen. Seitdem herrscht de facto Stillstand und die im Juli 2009 eingereichten WebOS-Applikationen von Zawinski sind bis heute nicht im App Catalog zu finden.

Mit dem Erscheinen von WebOS 1.2 wurde auch das passende SDK aktualisiert und in den Nutzungbedingungen heißt es unter Punkt 4.3(öffnet im neuen Fenster) ausdrücklich, dass Programme ausschließlich im App Catalog angeboten werden dürfen. Damit bleibt unklar, ob Zawinski seine Programme doch von seiner Webseite nehmen müsste, damit sie eines Tages doch noch im App Catalog erscheinen. Zawinskis Geduld scheint aber am Ende, denn in seinem Blog hat er angekündigt, keine weiteren WebOS-Anwendungen mehr entwickeln zu wollen. Stattdessen will er sich anschauen, was bei Android möglich ist.

Antwort von Palm

Ben Galbraith von Palm hat auf Zawinskis Blog reagiert(öffnet im neuen Fenster) und verspricht, dass Palm die bestehenden Probleme direkt mit Zawinski klären will. Er erklärt das Hin und Her auch damit, dass sich der App Catalog noch im Betastadium befindet und Palm dabei sei, Erfahrungen mit einem zentralen Softwareshop zu sammeln.


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