Hasselblad mit 60 Megapixeln und Fokusanpassung
Hasselblads True Focus mit "Absolute Position Lock" soll die Scharfstellung einfacher und akkurater machen. Während Kleinbild-Spiegelreflexkameras häufig über Mehrpunkt-Autofokussysteme verfügen, bei denen der gewünschte Punkt ausgewählt wird, auf den scharfgestellt werden soll, gibt es das bei Mittelformatkameras nach Angaben des Herstellers nicht.
Vielmehr wird auf einen Fokuspunkt im Bildmittelpunkt gesetzt. Will der Fotograf ein Objekt außerhalb des Mittenbereichs fokussieren, muss er den Fokus auf dieses Objekt richten und anschließend die Kamera wieder verdrehen.
Besonders bei kurzen Abständen bewirkt diese Neukomposition Fokusfehler, da die Ebene der Fokusschärfe der Kamerabewegung senkrecht zur Linsenachse folgt, teilte Hasselblad mit.
Bei Multifokuskameras gruppieren sich die auswählbaren Fokuspunkte jedoch stark um die Bildmitte herum. An den äußeren Rändern und Ecken fehlen sie. Um hier den Fokus außerhalb dieses Mittenbereichs einzustellen, muss der Fotograf nach wie vor zunächst fokussieren und anschließend die Kamera zur Neuausrichtung bewegen, wobei ein leichter Fokusverlust entsteht.
Um dieses Problem zu umgehen, setzt Hasselblad auf Sensoren, die die Gierraten (Neigung) messen. Das System registriert bei jeder Neukomposition die Kamerabewegung und verwendet anschließend diese Messwerte, um die erforderliche Fokusanpassung zu berechnen, und er leitet die korrekten Kommandos an den Fokusmotor des Objektivs, um diese zu kompensieren. Eine Auslöseverzögerung soll dabei nicht zu bemerken sein.
Die Hasselblad H4D-60(öffnet im neuen Fenster) soll ab Januar 2010 zu einem Preis von rund 29.000 Euro in den Handel kommen. Die H4D-50 mit 50 Megapixeln soll ab dem 1. Quartal 2010 für rund 20.000 Euro angeboten werden.


