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Test: PSP Go - die Online-Playstation für unterwegs

Innovatives Gerätekonzept zu einem hohen Preis und mit einigen Schwachstellen. Erster! Mit der PSP Go wagt Sony Computer Entertainment einen mutigen Schritt und bringt das erste klassische Handheld auf den Markt, das Inhalte nur über das Internet beziehen kann. Funktioniert das Konzept? Und wie gut ist das Gerät?
/ Peter Steinlechner
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Irgendwann wird womöglich jede Konsole und jedes Handheld seine Inhalte aus dem Onlineangebot des jeweiligen Herstellers beziehen – ohne Handel, ohne defekte DVDs oder Blu-rays und ohne Schwarzkopieproblematik. Deshalb ist die PSP Go von Sony Computer Entertainment (SCE) tatsächlich ein Fall fürs Geschichtsbuch: Erstmals bringt ein klassischer Konsolenhersteller ein derartiges Gerät auf den Markt. Die wahlweise schwarze oder weiße Playstation für unterwegs ist ab 1. Oktober 2009 für rund 250 Euro weltweit erhältlich. Golem.de konnte ein fertiges Modell ausführlich unter die Lupe nehmen.

Von der zuletzt veröffentlichten klassischen Playstation Portable, der weiterhin verfügbaren PSP 3000, unterscheidet sich die PSP Go auf den ersten Blick. Statt als breiter Riegel liegt sie eher klein und mit knapp 155 Gramm sehr leicht in der Hand. Um Zugriff auf Steuerkreuz und Bedienelemente zu haben, lässt sie sich mit einem Slide-Mechanismus aufklappen. Im Inneren der beiden PSP-Modelle arbeitet fast die gleiche Technik, nämlich eine R4000-CPU von Mips Technologies, beide Varianten verfügen über 64 MByte Ram Arbeitsspeicher. Anstelle des in bisherigen PSPs verbauten UMD-Laufwerks verfügt die Go allerdings über einen internen Speicher mit einer Größe von 16 GByte, den der Spieler zum Ablegen von Spielen oder Filmen verwenden kann.

Derlei Inhalte kommen über die Onlineverbindungen auf das Gerät. Die PSP Go unterstützt dazu ebenso wie die anderen PSPs den WLAN-Zugang nach dem Standard IEEE 802.11b, zusätzlich beherrscht sie Bluetooth 2.1. Die Einrichtung läuft vollständig über die integrierte Nutzeroberfläche, ist komfortabel und verwendet zeitgemäße Sicherheitsstandards wie WPA 2.

Der Zugriff auf das Playstation Network und die dortigen Stores funktioniert wie auf jeder anderen PSP. Das ist schön, weil ohne weitere Probleme einfach alles klappt. Allerdings nur solange, bis der User mal schnell ein Spiel auf die Go laden möchte: Je nach Größe kann das ganz schön dauern. Für eine rund 1,01 GByte große Testversion von Gran Turismo PSP etwa müssen Ladezeiten von rund 1,5 Stunden eingerechnet werden. Schnell ein Spielchen zwischendurch zu laden, beispielsweise auf dem Flughafen beim Umsteigen, wird also nicht funktionieren. Allerdings hat SCE angekündigt, künftig in der Reihe "Minis" auch kleinere Spiele anzubieten.

Am Rand der PSP Go befinden sich gleich eine Reihe von Schaltern und Anschlüssen. So lässt sich auf Knopfdruck die Helligkeit in drei Stufen verstellen, der Sound ganz ausschalten oder die Lautstärke regeln. Ärgerlich: Ausgerechnet diese drei häufig benötigten Funktionen befinden sich hinter dem Bildschirm, wenn er hochgeklappt ist, und sind sehr umständlich zu erreichen. An der Unterseite des Geräts befinden sich Anschlüsse für einen Kopfhörer, für MicroSD-Karten sowie für einen Memory Stick Micro (M2).

Die für Spiele relevanten Bedienelemente befinden sich größtenteils auf dem unteren, zuschiebbaren Teil der PSP Go. Sie sind sehr gut erreichbar, verfügen über klare Druckpunkte und fühlen sich – wie das gesamte Gerät – wertig an. Schlecht angebracht sind die beiden Schultertasten, die sich im aufgeklappten Zustand ebenfalls hinter dem Display befinden und zu einer unnatürlichen Handhaltung führen.

Die PSP Go verfügt über einen etwas kleineren Bildschirm als ihre älteren Vorgänger: Statt 4,3 Zoll ist er nur 3,78 Zoll groß, verwendet aber die gleiche Auflösung von 480 x 272 Bildpunkten. Das Bild ist sehr gut und lässt keine Wünsche offen. Ebenso wie die PSP 3000 besitzt die PSP Go ein integriertes Mikrofon und Stereolautsprecher, die ordentliche Klangqualität abliefern.

Die PSP Go verbraucht wegen des Verzichts auf ein Laufwerk weniger Energie. Weil Sony auch die Batterie verkleinert hat, hält das Handheld ungefähr so lange durch wie die klassischen PSPs, also bei Spielen um die vier bis sechs Stunden, bei Video um die fünf bis sechs Stunden. Der Akku wird nicht über einen Stromanschluss geladen, sondern über den USB-Port des Geräts. Der Spieler kann ihn nicht selbst herausnehmen und austauschen.

Die PSP Go ist ab dem 1. Oktober 2009 im Handel erhältlich. Wer das Gerät bis zum 10. Oktober 2009 bei Sony registriert, bekommt anschließend einen Downloadcode für die Vollversion des Rennspiels Gran Turismo PSP. Die von Sony Computer Entertainment zunächst angedachte Möglichkeit, UMD-Spiele in einen Playstation-Network-Account zu transferieren, wird es nicht geben. Wer eine Go, eine alte PSP sowie irgendeine UMD besitzt, kann sich über das Playstation Network im Rahmen eines sogenannten "PSP Reward Programm" kostenlosen Zugriff auf drei PSP- oder PS1-Spiele aus dem Onlinesortiment sichern.

Fazit

Die PSP Go weist den Weg in die Zukunft – aber nur halbherzig. Für Hardcorespieler mit einer großen UMD-Sammlung fehlt entweder ein günstiges externes Laufwerk oder eine Umtauschmöglichkeit; für mobile Entertainmentfans fehlt ein Internetzugang per Handynetzwerk.

Bei der Hardware fallen das niedrige Gewicht sowie der gute Bildschirm angenehm auf, ebenso die guten Multimediafähigkeiten sowie die mittelstreckenflugkompatiblen Akkulaufzeiten – die bietet ohne weitere Hilfsmittel so beispielsweise kein iPhone. Negativ sind die hinter dem Display schlecht angebrachten Schalter. Das Hauptproblem des Geräts dürfte aber der hohe Preis sein: 250 Euro sind für die etwas eingeschränkten Spielemöglichkeiten sehr ambitioniert.


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