Abo
  • Services:

MIT-Forscher entwickeln künstliches Sehsystem

Neuer Prototyp eines Retinaimplantats vorgestellt

Forscher in den USA haben einen Prototypen für ein künstliches Auge vorgestellt. Das System besteht aus einer Kamera an einer Brille und einem Chip, der in den Körper implantiert werden soll. Der Chip leitet Daten von der Kamera an den Sehnerv weiter und soll so die geschädigte Retina ersetzen.

Artikel veröffentlicht am ,

Ein interdisziplinäres Forscherteam am Massachusetts Institute of Technology (MIT) um den Elektrotechniker John Wyatt hat ein Retinaimplantat entwickelt, das Erblindeten einen Teil ihres Sehvermögens zurückgeben soll. Das Implantat soll die Funktion der kaputten Retinazellen übernehmen, indem es die Sehnerven stimuliert, die die Informationen von der Retina zum Gehirn transportieren.

Stellenmarkt
  1. STAHLGRUBER GmbH, Poing bei München
  2. CSB-SYSTEM AG, Kleinmachnow

Gedacht ist das Implantat für Menschen, die ihr Augenlicht durch die Krankheit Retinopathia pigmentosa oder durch altersbedingte Makuladegeneration verloren haben. Beide sind häufige Ursachen für Erblinden.

Retina umgehen

Das Konzept eines solchen Sehsystems ist es, die Retinazellen, die von der Krankheit zerstört wurden, zu umgehen und direkt die Sehnervenzellen zu stimulieren. Dazu wird außen an das Auge ein Chip implantiert. Der aktiviert Elektroden, die direkt an den Sehnerv angeschlossen sind, der die elektrischen Signale ans Gehirn überträgt.

Die Signale bekommt der Chip von einer Kamera. Die ist an einer Brille befestigt, die der Patient trägt. Sie nimmt Bilder der Umwelt auf und funkt sie an den Chip im Auge. Auch die Energie für das System wird drahtlos über Spulen in der Brille an den Chip übertragen. Als Empfänger dienen Spulen, die am Augapfel angebracht werden.

Der neue Prototyp, den das Team entwickelt hat, basiert auf den Erfahrungen und Tests, die die MIT-Forscher seit zehn Jahren mit künstlichen Sehsystemen gesammelt haben. Ziel war, einen Chip zu entwickeln, der zehn Jahre lang im Körper bleibt.

Implantat sitzt außen

Eine große Herausforderung ist es, dass das Implantat und die Implantation das Auge nicht verletzen. Der neue Chip sitzt außen am Augapfel, die Elektroden hinter der Retina. Das ist weniger riskant als die früheren Tests, bei denen die Elektroden im Auge auf der Retina saßen. Eine weitere Verbesserung stellt das Titangehäuse für den Chip dar. Für die Tests hatten die Forscher die Chips in Silikongehäusen untergebracht. Die sind aber nicht dauerhaft wasserdicht, so dass mit der Zeit Flüssigkeit eindringen und den Chip beschädigen kann.

So ein Implantat werde einem Erblindeten nicht sein ganzes Sehvermögen zurückgegeben könne, sagt Teammitglied Shawn Kelly. Es werde ihnen aber dabei helfen, dass sie sich besser zurechtfinden. " Alles, was ihnen dabei hilft, etwas besser zu sehen, und das es ihnen ermöglicht, Gegenstände zu erkennen und sich in einem Raum zu bewegen, ist eine große Hilfe."

Eine Beschreibung des neuen Retinaimplantats erscheint in der Oktober-Ausgabe des vom IEEE herausgegebenen Fachmagazins Transactions on Biomedical Engineering.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  2. 4,25€

cRuEllY 25. Sep 2009

Kenne da nur diesen alten Heise-Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/5/5691/1.html

Efjs 25. Sep 2009

Das könnte aber auch bedeuten dass das Gehirn lernt die zusätzlichen Informationen in...

DrAgOnTuX 25. Sep 2009

Kommt drauf an von welcher Seite du deine "Höhle" "betrittst"

undundund..... 24. Sep 2009

gibt da auch noch andere... z.B. Retina Implant AG, Uni Freiburg, etc. Das nette daran...

Geordi LaForge 24. Sep 2009

Jetzt kann ich meinen Visor wieder benutzen!


Folgen Sie uns
       


Golem.de spielt die Battlefield 5 Closed Alpha

Zwölf Stunden haben wir in der Closed Alpha des kommenden Shooters im Zweiten Weltkrieg Battlefield 5 verbracht - Zeit für eine erste Analyse der Änderungen.

Golem.de spielt die Battlefield 5 Closed Alpha Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  2. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018
  3. Always Connected PCs Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen

Cruijff Arena: Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus
Cruijff Arena
Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus

Die Johann-Cruijff-Arena in Amsterdam ist weltweit das erste Stadion, das seine Energieversorgung mit einem Speichersystem sichert, das aus Akkus von Elektroautos besteht. Der englische Sänger Ed Sheeran hat mit dem darin gespeichertem Solarstrom schon seine Gitarre verstärkt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Energiewende Warum die Bundesregierung ihre Versprechen nicht hält
  2. Max Bögl Wind Das höchste Windrad steht bei Stuttgart

Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    •  /