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Microsoft zeigt Windows Embedded CE 6.0 R3

Neue Version mit Fingergesten und einer speziellen Silverlight-Ausführung. Microsoft hat den R3 von Windows Embedded CE 6.0 vorgestellt. Anlässlich der Embedded Systems Conference (ESC) in Boston wurden außerdem die Produktreihen Windows Embedded Enterprise sowie Windows Embedded Server in aktualisierter Form gezeigt.
/ Ingo Pakalski
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Windows Embedded(öffnet im neuen Fenster) CE 6.0 R3 für Nicht-x86-Prozessoren besitzt eine spezielle Silverlight Runtime, die Silverligt Markups in nativen Code übersetzt und ausführt. Eine .NET-Architektur wird dadurch für den Einsatz von "Silverlight für Windows Embedded" nicht benötigt. Die Version besitzt eine C++-Programmierschnittstelle, so dass Oberflächengestalter und Programmierer optimal zusammenarbeiten können, verspricht Microsoft. Dabei ist auch eine Hardwarebeschleunigung über OpenGL oder DirectDraw möglich.

Als weitere Neuerung bietet die neue Version von Windows Embedded CE ein Framework, um eine Bedienung mit Fingergesten zu ermöglichen. Diese Fingergesten entsprechen dem, was Windows Mobile 6.5 bieten wird. Multitouch wird in beiden Fällen nicht unterstützt.

Neuer Internet Explorer Embedded

Die Gestensteuerung kommt auch im neuen Internet Explorer Embedded zum Einsatz. Die neue Browserversion bringt eine beschleunigte Zoomfunktion und die Bedienelemente können von Herstellern frei gestaltet werden. Damit sind auch andere Bedienoberflächen für den Browser möglich. Zum Lieferumfang gehört Flash Light, so dass darauf abgestimmte Flash-Applikationen direkt laufen können.

Im R2 von Windows Embedded CE 6.0 hatte Microsoft keine Anzeigeprogramme für Office-Dateien mehr mitgeliefert. Das empfanden viele Gerätehersteller als störend, so dass eine Kehrtwende vollzogen wurde. Mit der R3-Ausführung gibt es wieder Applikationen zur Anzeige von Office-Dokumenten und PDF-Dateien. Eine Bearbeitung von Office-Dateien ist damit nicht möglich, dafür müsste entsprechende Zusatzsoftware lizenziert werden.

Das Embedded-Betriebssystem unterstützt direkt die neue Geräteverwaltung von Windows 7 (Device Stage) und allgemein sollen sich Geräte auf Basis der neuen CE-Version bequemer in ein Heimnetz integrieren. Aus Windows Mobile wurde der Connection Manager übernommen, um eine intelligente Auswahl drahtloser Netzwerke zu ermöglichen. Wenn ein WLAN-Netzwerk vorhanden ist, sorgt dieser dafür, dass der Datenverkehr darüber läuft und eine Mobilfunkverbindung nicht verwendet wird. Mit diesen Schritten will Microsoft die Entwicklung entsprechender Produkte beschleunigen. Die Produktionsversion ist bereits für den Vertrieb fertig, heißt es von Microsoft.

Windows Embedded Enterprise bald auch mit Windows 7

Für Embedded-Kunden bietet Microsoft außerdem die Produktreihe Windows Embedded(öffnet im neuen Fenster) Enterprise an, die bis Anfang Oktober 2009 auch um Windows 7 Professional und Windows 7 Ultimate ergänzt wird. Hierbei handelt es sich um eine vollwertige Version von Windows 7, die lizenzrechtliche Einschränkungen aufweist. Das Betriebssystem ist dann jeweils für einen bestimmten Einsatzzweck vorgesehen. Den gleichen Ansatz verfolgt die Produktreihe Windows Embedded Server, die um Windows Server 2008 R2 erweitert wird. Auch hier will Microsoft die Arbeiten bis Anfang Oktober 2009 abgeschlossen haben.

Außerdem setzt Microsoft die Arbeiten am bereits vorgestellten Windows Embedded Standard 2011 fort. Eine sogenannte Community Technology Preview (CTP) bietet Microsoft seit rund drei Wochen an. Im Unterschied zu den oben genannten Produktkategorien wird Windows 7 in mehrere Komponenten aufgeteilt. Dadurch kann der Embedded-Kunde gezielt die Funktionen auswählen, die für das jeweilige Gerät benötigt werden. Dadurch kann der Speicherbedarf verringert werden, was wiederum die Hardwarekosten reduziert.

Im Unterschied zu Windows Embedded Standard 2009 will Microsoft die Menge der Komponenten deutlich verkleinern. Es werden zwar immer noch ein paar hundert Komponenten sein, aber nicht mehr die tausende von Komponenten, die es bei der Vorversion gab. Damit soll die Auswahl für den Gerätehersteller vereinfacht werden. Im zweiten Halbjahr 2010 will Microsoft die Arbeiten an Windows Embedded Standard 2011 abgeschlossen haben.

Entwicklerwettbewerb geplant

Im Herbst 2009 startet Microsoft einen Entwicklerwettbewerb namens Embedded Sparc Challenge 2010(öffnet im neuen Fenster) . Damit sollen vor allem Hobbyentwickler und Studenten angesprochen werden. Es ist geplant, dass die Teilnehmer für vergleichsweise wenig Geld ein Entwicklerboard samt einer Lizenz für Windows Embedded CE erhalten. Mit der Software kann die Hardware dann dazu verwendet werden, neue Einsatzmöglichkeiten zu entwerfen und so an dem Wettbewerb teilzunehmen.


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