Schall, Rauch und Laser - neues Mikrofonkonzept
Ersonnen wurde das Mikrofonkonzept vom Audioexperten David Schwartz(öffnet im neuen Fenster), der die Technik nach der Veröffentlichung von zwei Youtube-Videos vom 9. bis 12. Oktober 2009 auf der Audio Engineering Society Show in New York in Aktion zeigen will. Auch wenn seine frühen Prototypenmikrofone noch nicht sonderlich empfindlich sind, glaubt Schwartz, mit seinem Mikrofonkonzept einen neuen Meilenstein in der Entwicklung der Mikrofontechnik setzen zu können.
Die Laser-Accurate-Technik nutzt einen flächenförmigen Luftstrom in einer Kammer mit schwebenden Partikeln – bei einem Prototyp stammen diese von einem Rauchgenerator. Wenn sich Partikel durch Schwankungen im Luftdruck bewegen, wird das mit einem kontinuierlichen, durch die Kammer zeigenden Laserstrahl gemessen, der auf der anderen Kammerseite auf eine Fotozelle trifft.
Das Ergebnis soll die laut Schwartz Engineering & Design (SED) im Vergleich bisher akkurateste und unverfälschteste Aufnahme jedes Tons sein. Schließlich könne dieser nicht durch eine Membran beeinflusst werden. Und so soll die Technik es erstmals ermöglichen, den reinen Ton aufzuzeichnen. Dem Konzept wurde in den USA am 25. August 2009 ein Patent erteilt. Das US-Patent trägt die Nummer 7580533 und den Titel "Particulate Flow Detect Microphone".
Schwartz hütet sich davor, die bisherige Mikrofontechnik als veraltet abzutun – immerhin drehe sich eine ganze professionelle Audiokultur um die vielen Mikrofone mit ihren unterschiedlichen tonalen Eigenschaften. Die Beeinflussung dieser Eigenschaften würden sich aber mit einer absolut unverfälschten Tonaufnahme – so erwartet es Schwartz – komplett von der Aufzeichnung in die Nachbearbeitung verschieben. Wechselbare Chips könnten die Charakteristiken von klassischen Mikrofonen und Vorverstärkern nachahmen.
Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, denn von marktreifen Laser-Rauch-Mikrofonen ist die Laser-Accurate-Technik noch etwas entfernt. In einem der Demonstrationsvideos, die sich um die technische Machbarkeit drehen, muss Schwartz noch laut und direkt in sein Prototypenmikro sprechen. Die resultierende Aufzeichnung ist verständlich, lässt aber zu wünschen übrig. Auf der AES soll dann ein neuer Laser-Accurate-Protoyp zeigen, was mittlerweile möglich ist.


