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Google Voice für iPhone: Hat Apple Aufsichtsbehörde belogen?

Googles FCC-Stellungnahme wurde ungekürzt veröffentlicht. Apple hat die iPhone -Applikation Google Voice nach Angaben von Google nicht für den App Store zugelassen. Apple hatte hingegen behauptet, der Prüfprozess laufe noch. Sollten sich die Angaben von Google bewahrheiten, hätte Apple gegenüber der US-Telekom-Aufsichtsbehörde FCC falsche Angaben gemacht.
/ Ingo Pakalski
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Google hat für das iPhone eine spezielle Applikation des Dienstes Google Voice entwickelt und wollte diese in diesem Sommer veröffentlichen. Im August 2009 wurde bekannt, dass Apple keine Freigabe für Google Voice erteilt hatte. Die US-Telekom-Aufsichtsbehörde FCC hatte Ermittlungen eingeleitet und Google, Apple sowie AT&T um Stellungnahmen zu dem Fall gebeten. Auch AT&T wurde gefragt, weil der Netzbetreiber das iPhone in den USA exklusiv vermarktet.

Apples Stellungnahme gegenüber der FCC(öffnet im neuen Fenster) hatte das Unternehmen bereits vor einiger Zeit veröffentlicht. Es gibt darin an, dass die Prüfung der iPhone-Applikation Google Voice noch nicht abgeschlossen sei. Eine gegensätzliche Aussage findet sich in Googles FCC-Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) , die nun von der Behörde veröffentlicht wurde.

Nach Angaben von Google hat Apple den Prüfprozess für Google Voice abgeschlossen und sich klar entschieden, die Applikation nicht für den App Store zuzulassen. Diese Aussage stammt nach Angaben von Google direkt von Phil Schiller, seines Zeichens Senior Vice President von Apples Marketingabteilung. Als Grund für die Ablehnung nennt das Google-Schreiben, dass Google Voice in Konkurrenz zu den Telefonfunktionen auf dem iPhone tritt und Apple nicht wolle, dass Applikationen auf dem iPhone laufen, die Kernfunktionen des Geräts abdecken.

Google Voice(öffnet im neuen Fenster) ist ein VoIP-Dienst mit der Möglichkeit, eine virtuelle Telefonanlage zu errichten. Darauf können die Anrufe mehrerer Nummern gebündelt oder regelbasiert auf Anrufbeantworter weitergeleitet werden. Außerdem lassen sich darüber Telefonate ins Festnetz führen, Sprachbotschaften in Text umwandeln und SMS versenden oder empfangen. Alle Funktionen von Google Voice erhalten derzeit nur Grandcentral -Kunden. Google Voice wird derzeit ausschließlich in den USA angeboten.

Theoretisch ließe sich Google Voice auch als Webapplikation auf dem iPhone realisieren. Diesen Weg hatte Google beschritten, nachdem die Latitude-Software für das iPhone von Apple nicht zugelassen wurde . Allerdings stünden dann nicht alle Möglichkeiten zur Verfügung, die ein iPhone-Nutzer von Google Voice erwarten würde. Eine Verbindung zwischen Google Voice und dem iPhone-Adressbuch wäre nicht ohne weiteres möglich, erklärt Google in der Stellungnahme gegenüber der FCC.


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