Urheberrechtsklage gegen Scribd
Autoren in den USA haben eine Sammelklage gegen die Buchplattform Scribd eröffnet. Sie werfen den Betreibern vor, sie hätten ein Angebot aufgebaut, das Urheberrechtsverletzungen im globalen Maßstab erlaube, berichtet der US-Branchendienst Cnet(öffnet im neuen Fenster). "Das Unternehmen profitiert auf schamlose Art und Weise von gestohlenen, urheberrechtlich geschützten Werken zahlloser Autoren", heißt es in der Klageschrift.
100-mal geladen
Anlass für die Klage war, dass die US-Autorin Elaine Scott eine digitale Version ihres Buches "Stocks and Bonds: Profits and Losses, A Quick Look at Financial Markets" auf Scribd entdeckt hatte, die dort unrechtmäßig bereitgestellt worden war. Diese sei laut Klageschrift über 100-mal heruntergeladen worden. Die Sammelklage will jeden Autor vertreten, dessen Urheberrechte von Scribd verletzt wurden.
Eingereicht haben die Klage die Rechtsanwälte Joe Sibley und Kiwi Camara, die vor kurzem noch Jammie Thomas-Rasset verteidigt hatten. Thomas-Rasset war von der US-Musikindustrie angeklagt worden, weil sie 24 Songs über die Tauschbörse Kazaa angeboten hatte. Das Gericht verurteilte sie im Juni 2009 zu einer Geldstrafe in Höhe von 1,9 Millionen US-Dollar.
Filter gegen Urheberrechtsverletzungen
Scribd wies am Sonntag in einer Mitteilung an Cnet(öffnet im neuen Fenster) die Vorwürfe zurück. Scribd dulde keine Inhalte, die Nutzer eigenmächtig hochgeladen hätten. Das Unternehmen habe deshalb eigens ein Filtersystem aufgebaut, das verhindere, dass unrechtmäßig Inhalte auf der Seite veröffentlicht werden.
Die Anfang 2008 gestartete Scribd bietet mit der Software iPaper einen Flash-basierten Reader, der unterschiedlichste Dateien im Browser anzeigt. Auf der Plattform können Autoren beliebige Dateien hochladen und Nutzern zur Verfügung stellen. Wie etwa bei Youtube haben diese die Möglichkeit, die Texte zu kommentieren und sie in ihre eigenen Seiten einzubinden. Seit Mai 2009 betreibt Scribd einen Shop, über den Verlage oder unabhängige Autoren ihre Texte auch verkaufen können. Zu den Anbietern gehört auch der Großverlag Simon & Schuster.
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