USA wollen angeblich Netzneutralität durchsetzen
Egal ob Video, VoIP-Telefonat oder Onlinespiel: Künftig sollen Internetprovider alle über ihre Netze übertragenen Daten gleich behandeln, fordert die US-Regierung laut einem Bericht des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Julius Genachowski, Chef der Federal Communications Commission (FCC)(öffnet im neuen Fenster) , wolle entsprechende Gesetzesvorschläge angeblich in einer Rede am Montag, 21. September 2009 vorstellen. Genachowski gilt als enger Vertrauter von Präsident Barack Obama und als Architekt von dessen Technologie- und Innovationsstrategie.
Falls die Pläne der FCC tatsächlich Gesetzeskraft erlangen, hätte dies größere Auswirkungen auf den Onlinealltag vieler US-Amerikaner und wäre ein Erfolg etwa für Google mit seinem Youtube-Angebot – und eine schwere Schlappe für Telekomfirmen wie AT&T oder Verizon. Auch in den USA sperren einige dieser Unternehmen beispielsweise VoIP-Telefonate per Skype auf Endgeräten wie dem iPhone, solange die Verbindung nicht über ein WLAN-Netz aufgebaut ist. Wenn die FCC ihre Vorstellungen durchsetzt, wären solche Einschränkungen in den USA nicht mehr zulässig.
Die US-Internetprovider befürchten, dass durch das angewandte Prinzip der Netzneutralität die bereits jetzt teils knappen Kapazitäten der Datenleitungen weiter an ihre Grenzen getrieben werden. Einige der Unternehmen fordern als zusätzliche Einnahmequelle eine Art Internetsteuer für besonders datenintensive Angebote.
Auch in Europa spielt das Thema eine Rolle. So hatten Mitte August 2009 britische Internetprovider wie Tiscali, BT und Carphone Warehouse vor übermäßigen Belastungen ihrer Netze gewarnt, falls die BBC ihr Video-on-Demand-Angebot wie geplant eröffnet.



