Deutsche Telekom will Strato kaufen

Kaufpreis bei rund 300 Millionen Euro

Die Deutsche Telekom will den Webhoster Strato von Freenet kaufen. Das erfuhr das Handelsblatt übereinstimmend aus Unternehmens- und Finanzkreisen.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Deutsche Telekom will den Webhoster Strato kaufen. Freenet plant den Verkauf der Tochter und stattdessen eine Fokussierung auf Mobilfunk. Neben der Telekom zeigen auch United Internet und Finanzinvestoren Interesse.

Stellenmarkt
  1. Sachbearbeiter (w/m/d) IT-Betreuung und Teamassistenz Schulen
    KommunalBIT AöR, Fürth
  2. IT-Servicemitarbeiter/in Support (m/w/d)
    BYTEC Bodry Technology GmbH, Friedrichshafen
Detailsuche

Freenet hat die Tochter Anfang Juli 2009 zum Verkauf angeboten, weil es sich auf den Mobilfunk konzentrieren will. Den Kaufpreis von Strato taxieren Unternehmens- und Finanzkreise auf rund 300 Millionen Euro. Das Geschäft ist attraktiv, weil es unabhängig von der Konjunktur stetige Mittelzuflüsse garantiert. Zudem ist es ein Wachstumsmarkt: Die IT-Branche geht immer stärker dazu über, Anwendungen nicht mehr direkt in den Netzwerken ihrer Kunden zu installieren, sondern auf Abruf aus dem Netz anzubieten. Dazu benötigen die Unternehmen Speicherplatz.

Bis zum 2. September 2009 hat Freenet erste Kaufangebote eingesammelt, heißt es in der Investorenabteilung. Nun ist das Hamburger Unternehmen dabei, eine Short List mit Bietern zu erstellen, die in die Bücher gucken dürfen.

Neben der Deutschen Telekom interessieren sich auch der DSL-Anbieter United Internet (UI), ein britischer DSL-Anbieter sowie zwei Finanzinvestoren für Strato. UI hatte Ende Mai 2009 schon die Internetkunden von Freenet übernommen und ist damit zum zweitgrößten DSL-Anbieter Deutschlands hinter der Telekom aufgestiegen.

Gründer und Unternehmenschef Ralph Dommermuth hat mehrfach sein Interesse an Strato bekundet. Er hat jüngst die direkt an Freenet gehaltenen Anteile verkauft, nach Ansicht von Analysten ein Schritt, um Mittel für einen möglichen Strato-Kauf vorzuhalten.

Experten fürchten jedoch, dass der Internetdienstleister bei einem Kauf von Strato kartellrechtliche Probleme bekommen könnte. UI ist bereits europäischer Marktführer für Speicherplatz im Internet. Zusammen mit Strato würden sie 80 Prozent des Marktes abdecken.

Freenet würde mit einem Verkauf für rund 300 Millionen Euro einen üppigen Gewinn erzielen. Die Hamburger haben Strato 2004 für 132 Millionen Euro gekauft. Heute hat Strato 1,3 Millionen Kunden in Europa. Für sie speichert der Dienstleister rund vier Millionen Webseiten. Strato beschäftigt 500 Mitarbeiter und ist in seinem Segment die Nummer zwei in Europa hinter der Marke 1&1, die zu United Internet gehört.

Das Speichern von Webseiten gilt als profitables Geschäft. Strato erzielt eine Rendite von etwa 35 Prozent. Nicht zuletzt deshalb interessieren sich neben der Telekom und UI auch die beiden Finanzinvestoren General Atlantic und Apax für Strato, heißt es in Bankenkreisen. Keiner der genannten Interessenten wollte sich zu dem Thema äußern.

Bei der Telekom hat Unternehmenskreisen zufolge die Festnetzsparte T-Home ein Auge auf Strato geworfen. Dorthin wurden im vergangenen Jahr die Mittelstandskunden der Geschäftskundentochter T-Systems verlagert. Die bietet zwar ebenfalls Dienstleistungen über eine gesicherte Internetverbindung an, bedient aber nur noch Großkunden. Strato dagegen besitzt vor allem mittelständische und kleinere Kunden. Die Telekom hat derzeit einen Marktanteil von knapp 20 Prozent im Hostinggeschäft, will dort aber weiter wachsen. Am Montag gab die Geschäftskundentochter T-Systems bekannt, dass sie rund 90 Hostingkunden von SAP übernimmt und ihnen künftig SAP-Dienste auf Abruf anbietet.

Wie das Handelsblatt berichtete, hat sich der Telekom-Aufsichtsrat in einer Strategiesitzung Ende August dafür ausgesprochen, viel Geld in die Aufrüstung der eigenen Netze zu investieren. Für größere Akquisitionen bleibt deshalb vorerst kein Spielraum. Kleinere Gelegenheiten wie Strato will der Konzern aber wahrnehmen.

[von Jens Koenen, Robert Landgraf und Sandra Louven / Handelsblatt]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Youssarian 16. Sep 2009

Ah ja. Die Telekom hat viele Rechenzentren. Die ehemalige T-Online AG hat deren zwei...

Apollo13 16. Sep 2009

da bist du nicht ganz auf dem laufenden, denn genau das ist bereits geschehen. UI hat...

uzkzu 16. Sep 2009

Dedicated Server ist für mich ne Nummer zu groß. Brauch ich nicht. Aber mein letztes...

SirDodger 16. Sep 2009

Wenn ich bedenke, dass man beide Support miteinander kombinieren will, wird mir schlecht...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
New World im Test
Amazon liefert ordentlich Abenteuer

Konkurrenz für World of Warcraft und Final Fantasy 14: Amazon Games macht mit dem PC-MMORPG New World momentan vor allem Sammler glücklich.
Von Peter Steinlechner

New World im Test: Amazon liefert ordentlich Abenteuer
Artikel
  1. Nasa: Sonde Lucy erfolgreich zu Jupiter-Asteroiden gestartet
    Nasa
    Sonde Lucy erfolgreich zu Jupiter-Asteroiden gestartet

    Erstmals sollen Asteroiden in der Umlaufbahn des Jupiter untersucht werden. Der Start der Raumsonde Lucy ist laut Nasa geglückt.

  2. Pornoplattform: Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben
    Pornoplattform
    Journalisten wollen Xhamster-Eigentümer gefunden haben

    Xhamster ist und bleibt Heimat für zahlreiche rechtswidrige Inhalte. Doch ohne zu wissen, wer profitiert, wusste man bisher auch nicht, wer verantwortlich ist.

  3. Whatsapp: Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei
    Whatsapp
    Vater bekommt wegen eines Nacktfotos Ärger mit Polizei

    Ein Vater nutzte ein 15 Jahre altes Nacktfoto seines Sohnes als Statusfoto bei Whatsapp. Nun läuft ein Kinderpornografie-Verfahren.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 40€ Rabatt auf Samsung-SSDs • ADATA XPG Spectrix D55 16-GB-Kit 3200 56,61€ • Crucial P5 Plus 1 TB 129,99€ • Kingston NV1 500 GB 35,99€ • Creative Sound BlasterX G5 89,99€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 248,99€) • Gamesplanet Anniv. Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /