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Test: Windows 7 Multitouch - inkonsequent umgesetzt

Benachteiligter Stift

Benutzt der Anwender hingegen den Stift eines Tablet-PCs, was letztendlich einer Ein-Finger-Bedienung entspricht, gibt es dieses Nachlaufen von Inhalten nicht. Der Stiftnutzer muss präzise Steuerschaltflächen treffen. Das gilt auch für die Nutzung der Maus. Dabei wäre gerade ein Betriebssystemaufsatz wie das Media Center der ideale Ort, um neue Bedienmöglichkeiten auch abseits der Fingerbedienung möglich zu machen.

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Wie es eigentlich gemacht werden sollte, zeigt Google Earth seit langem. Hier unterscheidet die Bedienoberfläche nicht zwischen verschiedenen Ein-Punkt-Eingabegeräten. Ob der Nutzer die Erdkugel nun mit der Maus, dem Stift, einem Touchpad, einem Trackstick oder dem Finger anstößt: In allen Fällen wird die Erdkugel nachgezogen und läuft mit Schwung auch etwas nach. Microsoft hat sich leider entschieden, es anders zu machen.

Beim Internet Explorer 8 gibt es dieses Nachlaufen also nur bei der Fingerbedienung. Bei einer Mausbenutzung wäre es tatsächlich irritierend, wenn der Bildinhalt bewegt werden könnte, indem er mitgezogen wird. Bei der Stiftbedienung vermisst der Anwender es aber. Der Fingernutzer kann einfach eine leere Stelle greifen und so scrollen, der Stiftnutzer nicht. Ein Nachlaufen des Bildinhalts gibt es auch bei der Stiftverwendung nicht. Wer den Bildschirm mit einem Stift berührt, hat also Nachteile gegenüber der Fingerberührung. Der Stiftnutzer muss die Scrollleiste treffen, der Fingernutzer kann darauf verzichten. Zumindest in der Theorie.

Nachteile des Ein-Finger-Scrollens

In der Praxis hat Microsofts Entscheidung, Scrollen mit einem Finger zu ermöglichen, auch Nachteile. Das Scrollen versagt etwa bei einigen Webseiten, die mit Tabellen arbeiten. Die Schwierigkeit für das Betriebssystem liegt darin, zu erkennen, ob der Nutzer mit dem einen Finger Text auswählen oder scrollen möchte. Und genau hier kommt Windows 7 häufig durcheinander. Zwei-Finger-Scrolling wäre die bessere Alternative gewesen und von Betriebssystemseite auch leichter in der Erkennung gewesen. N-Trig hat dies unter Windows Vista daher genau so mit einem alten Treiber umgesetzt: Multitouch-Scrolling.

Auf Systemen mit Windows 7 muss dann doch wieder die Scrollleiste bemüht werden. Und im Falle von N-Trig-Paneln sogar häufiger, als es noch unter Windows Vista notwendig war. Die Leisten mit dem Finger zu treffen, ist aber selbst mit der Vergrößerung der Schaltflächen nicht so einfach. So gibt es etwa noch immer keine Trefferzonen für wichtige Systemelemente wie Schieberegler, Schaltflächen oder die besagten Scrollbalken.

Ein besonderes Negativbeispiel ist dabei die Multitouch-Anwendung Paint. Wer den Bildbereich vergrößern oder verkleinern möchte, muss ein Quadrat treffen, das nur wenige Pixel Kantenlänge hat. In unseren Tests gelang es zu 10 bis 20 Prozent, dieses Quadrat zu treffen. In den restlichen Fällen malt der Nutzer ungewollt auf der Fläche herum. Es fehlt eine künstliche Intelligenz des Systems, die versucht zu erahnen, was der Nutzer tun will. Das Ergebnis ist, dass der Anwender doch wieder zur Maus greift.

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