Deutsche Telekom prüft milliardenschweren Zukauf in USA
Die Deutsche Telekom soll erneut den Kauf des US-Mobilfunkbetreibers Sprint Nextel prüfen. Konzernchef René Obermann habe Berater der Deutschen Bank beauftragt, eine Übernahme des drittgrößten Netzbetreibers in den USA auszuloten, berichtet die britische Sonntagszeitung Telegraph(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.
Ein Angebot für die Firma, deren Marktwert bei nur noch 10,6 Milliarden US-Dollar liegt, könne schon in den nächsten Wochen erfolgen, so das Blatt weiter. Um den Zukauf bewältigen zu können, benötige die Telekom eine Finanzspritze von den Aktionären, was auch die Bundesregierung, die 32 Prozent der Anteile hält, betreffen würde.
T-Mobiles Landestöchter in den USA und in Großbritannien hatten 2009 beide Ergebnisse unter den Erwartungen abgeliefert. In der letzten Wochen brachte die Telekom ihr britisches Landesgeschäft in ein Joint Venture mit France Télécom ein. Anfang des Jahres hatte Obermann die Probleme in den USA als "teilweise strukturbedingt" bezeichnet. 1 Milliarde US-Dollar hatte die Telekom dort in den Ausbau der Netze in den USA investiert.
Marktführer in den USA sind Verizon Wireless und AT&T. T-Mobile ist der viertgrößte Netzbetreiber, Sprint Nextel ist die Nummer 3. Zusammen kämen T-Mobile USA und Sprint Nextel auf 78,2 Millionen Kunden und könnten AT&T den zweiten Rang streitig machen.
Sprint Nextel betreibt ein CDMA-iDEN-Netz, T-Mobile USA basiert auf GSM. Wenn die Netzwerke auf 4G aufgerüstet werden, seien sie jedoch leichter zu integrieren, berichtet die Zeitung weiter.