Google will Händler am Buchprogramm beteiligen
Bei einer Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses(öffnet im neuen Fenster) musste Google gestern Rede und Antwort zu seinem Buchpgrogramm stehen. Dabei gab es harsche Kritik von verschiedenen Seiten an dem Unternehmen.
Zugang zu Millionen Büchern
Zum Auftakt der Anhörung verteidigte der Google-Vertreter, Chief Legal Officer David C. Drummond(öffnet im neuen Fenster), die geplante Nutzung der digitalisierten Bücher, wie sie das Abkommen mit Verlagen und Schriftstellern vorsieht. So entstehe ein Angebot, über das jeder in den USA Zugang zu Millionen von Büchern bekomme. Wie nicht anders zu erwarten, hält Google das Angebot Google Books "in völliger Übereinstimmung mit dem heutigen Urheberrecht".
Die oberste Wächterin des Urheberrechts in den USA, Marybeth Peters(öffnet im neuen Fenster), Chefin des United States Copyright Office, hatte dazu eine andere Meinung. "Einem kommerziellen Unternehmen zu erlauben, solche Werke ohne Zustimmung zu verkaufen, ist eine Umgehung des Urheberrechtsgesetzes, das wir kennen", sagte Peters. Das Abkommen bedeute "die Lizenz, zuerst einen Gesetzesverstoß zu begehen und später mit gerichtlicher Legitimierung zu fragen."
Diplomatische Schwierigkeiten
Das Abkommen sei gegen die Interessen derer gerichtet, die die Rechte an vergriffenen Büchern halten. Außerdem liefen die USA Gefahr, dadurch in diplomatische Schwierigkeiten zu geraten, da sich das Abkommen auch auf Bücher nichtamerikanischer Autoren beziehe.
Zu der Anhörung war auch ein Amazon-Vertreter geladen. Paul Misener wiederholte die Kritik seines Unternehmens an dem Google Book Settlement. Da half es auch nichts, dass Drummond überraschend anbot, die Konkurrenten, namentlich Amazon, Barnes & Noble und Microsoft, auch am Google Book Settlement zu beteiligen, berichtet der US-Branchendienst Cnet(öffnet im neuen Fenster).
Amazon sagt: nein danke
Sie könnten ihren Kunden den kostenpflichtigen Zugang zu den von Google digitalisierten Büchern bieten – gegen eine Beteiligung versteht sich: Das Abkommen sieht vor, dass Google 37 Prozent der Einnahmen aus den E-Book-Verkäufen bekommt. Das Unternehmen sei bereit, "die überwiegende Mehrheit" dieses Anteils an die Händler weiterzugeben. Vom Ausschussvorsitzenden John Conyers gefragt, was er davon halte, lehnte Misener dankend ab. "Wir arbeiten gern weiter mit den Rechteinhabern ohne die Hilfe anderer zusammen."
Am 7. Oktober 2009 findet eine Anhörung zum Google Book Settlement vor einem New Yorker Bezirksgericht statt. Das Gericht muss der außergerichtlichen Einigung noch zustimmen.
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