Eyefinity: Sechs Full-HD-Monitore an einer Grafikkarte

Eyefinity wird es nur mit der nächsten Generation der AMD-Grafikkarten geben, die nach offiziell unbestätigten Angaben Radeon HD 5800 (RV870) heißen wird und noch vor Windows 7 erscheinen soll. AMD hatte mehrfach bekräftigt , als erster Anbieter DirectX-11-Karten liefern zu wollen.
Bis zu 8.000 x 8.000 Pixel
Zumindest eine Funktion der neuen Pixelboliden will der Chiphersteller aber nicht länger verstecken: Die 5800-Karten werden bis zu sechs Displayausgänge haben. Darüber lassen sich nicht nur entsprechend viele Monitore mit getrenntem Bildschirminhalt anzeigen, also mehrere Desktops. Es ist ebenso möglich, eine Anwendung, auch ein Spiel, auf alle Displays zu verteilen. Theoretisches Maximum ist eine Auflösung von 8.000 x 8.000 Pixeln - nur ist das derzeit noch nicht einmal mit sechs 30-Zoll-Monitoren zu erreichen.
Aufgrund ihrer günstigen Preise hält AMD vor allem für Privatanwender derzeit mehrere 24-Zoll-Monitore im 16:9-Format für besonders interessant. Mit sechs davon, die in zwei Reihen übereinander angeordnet sind, ergeben sich so 5.670 x 2.160 Pixel, was aber auch ein sehr breites Bildformat von 2,6:1 ergibt.
Wer dabei sofort an Filmgenuss denkt, sollte sich doch lieber nach einem Full-HD-Beamer umsehen, denn die Bildschirmrahmen stören, auch wenn sie noch so schmal sind. Für Spiele in derart hohen Auflösungen gibt es jedoch kaum ähnlich günstige Lösungen.
Crysis: Warhead" in 5.670 x 2.160 Pixeln
Wie Crytek-Manager Carl Jones sagte, habe man beim Testen von Eyefinity "Crysis: Warhead" in 5.670 x 2.160 Pixeln mit maximalen Details bei 60 Bildern pro Sekunde mit einer Grafikkarte gespielt. Das gibt auch einen Hinweis auf die Rechenleistung der 5800-Karten, obwohl dieses Versprechen schon sehr vollmundig klingt.
Rund 200 Spiele, bei denen sich die Auflösung frei einstellen lässt, hat AMD schon erfolgreich getestet. Derzeit arbeitet das Unternehmen daran, dass Spieleentwickler Eyefinity erkennen und beispielsweise Pop-up-Menüs nicht mehr im Zentrum des Bildschirms ausgeben: Da liegt bei manchen Konfigurationen wie der mit sechs Monitoren nämlich ein Rahmen des Displays. Das bei Videowalls übliche "Frame Removal" beherrscht die Lösung auch noch nicht, es ist für die nächste Version per Treiberupdate vorgesehen. Dabei wird der Teil des Bildinhalts weggelassen, an dem der Rahmen liegt. Gerade bei Fotos fällt eine Mehrschirmlösung ohne Frame Removal störend auf, weil die Teile des Bildes auseinandergerückt werden.
Flexible Anordnung von Monitoren
Natürlich muss der Anwender sich nicht gleich sechs Monitore zulegen, um Eyefinity nutzen zu können. Jede Anzahl ist möglich, auch die Ausrichtung - ob Porträt oder Landscape - spielt keine Rolle, jede Kombination ist erlaubt. Damit erklärt sich auch, warum der Displaydialog des kürzlich umgestalteten "Catalyst Control Center" für einen Monitor relativ umständlich geworden ist: Er ist für bis zu sechs Monitore vorbereitet. Da Eyefinity so flexibel ist, muss der Anwender mitteilen, welcher Monitor wo steht. Der Vorgang ist in der Bildergalerie wiedergegeben.
Ob Video, 2D-Anwendung oder Spiel auf einem Monitor wiedergegeben wird, kann man sich aussuchen. Als eine Anwendung für auch unterhaltsame Arbeitszimmer stellt sich AMD von links nach rechts drei Monitore vor: hochkant der erste, der eine Nachrichtensite darstellt, daneben quer der zweite, der eine Sportübertragung wiedergibt, und ebenfalls quer der dritte, auf dem der Anwender ein 3D-Spiel nutzt.
Sechs Displays per Displayport ansteuern
Ganze sechs Monitore mit je maximal 2.560 x 1.536 Pixeln - typischerweise 30-Zöller - gibt es nur, wenn diese alle über einen Displayport angesteuert werden. Die sechs Displaycontroller der Grafikkarte können aber auch für HDMI oder DVI genutzt werden, mehr als 1.920 x 1.080 Pixel gibt es aber nur per Dual-Link-DVI. Das braucht dann zwei der Controller, so dass sich mit DVI-Displays nur drei Monitore nutzen lassen.
Eine bisher kaum gelöste Frage ist auch die nach Bildschirmhaltern, wenn mehrere Displays übereinander angeordnet werden. Zusammen mit Drittfirmen und unter anderem Samsung als Anbieter von Displays will AMD hier Bundles schnüren.
Die ersten 5800-Karten werden noch ohne Eyefinity erscheinen, AMD will die entsprechenden Karten mit sechs Displayports aber noch 2009 auf den Markt bringen. Auch andere Konfigurationen, beispielsweise mit je einmal Dual-Link-DVI und HDMI und drei Displayports, sind denkbar. Bei sechs Displays ist dabei noch nicht einmal Schluss: Es sind sechs Monitore pro GPU vorgesehen. Mit mehreren Karten, oder solchen mit Doppel-GPU, lässt sich die Zahl der Displays weiter steigern. Zwei hypothetische 5800-X2-Karten könnten in einem PC so 24 Monitore ansteuern.



