i4i erhebt neue Vorwürfe gegen Microsoft
Die kanadische XML-Softwarefirma i4i hat neue Anschuldigungen gegen Microsoft erhoben. Während der weltgrößte Softwarekonzern noch mit i4i verhandelt und die Firma als Microsoft-Partner angepriesen habe, sei bereits an der Verletzung der Patente gearbeitet worden, heißt es in neuen Prozessunterlagen.
"Zur gleichen Zeit, als Microsoft noch anpries, welche neuen Funktionen i4is-Produkt für Word bringen würde", sei hinter dem Rücken der Firma daran gearbeitet worden, i4i-Produkte durch eigene zu ersetzen, erklärten die i4i-Anwälte(öffnet im neuen Fenster). Nur fünf Tage nach dem ersten Treffen von i4i mit dem MS-Word-Team hätte das Microsoft-Management entsprechende Pläne ersonnen, i4i vom Markt zu drängen. Mark Belk, Chief Technology Advisor bei Microsofts Verkaufsabteilung für Regierungskunden, habe im April 2001 in Kundengesprächen noch gesagt, dass i4i Funktionen für MS Word bereithalte, die sich bei Microsoft noch im Planungsstadium befänden.
Im Patentrechtsstreit zwischen dem weltgrößten Softwarekonzern und der kleinen kanadischen Firma hatte Richter Leonard Davis aus Tyler (Texas) am 11. August 2009 ein Verkaufsverbot für die Textverarbeitung Microsoft Word verhängt. Betroffen waren die Versionen 2003 und 2007 der Textverarbeitung sowie die kommende Version in Office 2010, mit denen sich .xml-, .docx- oder .docm-Dateien öffnen lassen. Microsoft soll zudem rund 240 Millionen US-Dollar an i4i zahlen. Microsoft konnte jedoch vor dem höchsten Berufungsgericht der USA eine Aufhebung des Verkaufsverbots während des Prozesses erstreiten.
I4i stellt XML-basierte Content-Management-Software her. Wichtigstes Produkt ist Tagless Editor, der das Erstellen von XML-Inhalten innerhalb von Microsoft Word erlaubt. I4i X-Tend ist ein XML-Metadaten-Server, der über die Windows-Explorer-Oberfläche bedienbar ist.

