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Telekom setzt auf USA statt auf Zukäufe

Milliardeninvestitionen in T-Mobile USA geplant

Die Deutsche Telekom erteilt größeren Zukäufen auf absehbare Zeit eine Absage. Stattdessen konzentriert sich der Konzern in den kommenden Monaten auf drei Dinge: die Partnerschaft für die angeschlagene Mobilfunktochter T-Mobile UK; Stärkung der lahmenden T-Mobile USA sowie den Erwerb zusätzlicher Mobilfunkfrequenzen. Alles in allem fallen Milliardeninvestitionen an.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Telekom will tief in die Tasche greifen. Vor allem für das US-Geschäft und die Frequenzersteigerung in Europa fallen Milliarden an Investitionen an. Deshalb seien derzeit keine Zukäufe in neue Märkten geplant. Gerüchte besagten zuletzt, die Telekom wolle sich in den schnell wachsenden Emerging Markets engagieren.

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So hat sich der Konzern Ende vergangenen Jahres über seine Wagniskapitalgesellschaft T-Ventures an einem indischen Start-up beteiligt, das Funknetze baut. In Konzernkreisen heißt es jedoch, dabei handele es sich nur um ein kleines Projekt, wie es die Telekom immer wieder mal angehe. Kleinere Projekte seien auch künftig geplant, ein Zukauf in größerem Stil aber nicht.

Mit ihrer Schwellenlandabstinenz steht die Telekom in der Branche allein da. Vodafone hat bereits vor Jahren in den rasant wachsenden Märkten zugekauft und etwa eine Tochter in Indien erworben. France Télécom besitzt mehrere Mobilfunker in Afrika, um so das mangelnde Wachstum in den gesättigten europäischen Märkten auszugleichen. Die Deutsche Telekom steht damit vor dem Problem, dass ihr eine Wachstumsperspektive fehlt. Bislang hat die Mobilfunktochter T-Mobile USA für stetige Zuwächse gesorgt. Doch inzwischen lahmt auch sie. Zum einen nähert sich auch in den USA der gesamte Markt der Sättigung. Ende vergangenen Jahres hatten bereits 90 Prozent der Amerikaner ein Handy. Zum anderen haben die übermächtigen Konkurrenten A&T und Verizon Wireless ihre Netze früher als die Telekom für Daten aufgerüstet, um auch mobiles Internet zu ermöglichen. Das gilt in den USA inzwischen ebenso wie in Europa als Wachstumshoffnung der Telekomkonzerne in gesättigten Märkten.

Die Telekom ist gerade erst dabei, ihr Netz für Daten flottzumachen und will dies in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Das Ziel der Telekom ist, "auf Augenhöhe" mit den beiden größten Wettbewerbern AT&T und Verizon Wireless zu agieren. Derzeit ist die Telekom-Tochter mit Abstand der kleinste Wettbewerber in den USA.

Die Telekom hat kaum eine andere Wahl, als bei den Investitionen nachzuziehen. Die USA tragen rund ein Viertel zum Umsatz und dem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des gesamten Konzerns bei und bilden damit den größten Markt hinter Deutschland. "Die Investitionen in den USA sind nötig und sinnvoll", sagt ein Analyst. Einige Investoren hatten in der Vergangenheit gefordert, die Telekom solle das nachlassende US-Geschäft verkaufen. Doch dann würde der Konzern drastisch schrumpfen.

Eine Alternative wäre, T-Mobile USA zu verkaufen und dafür eine Firma zu übernehmen, die in mehreren Schwellenländern aktiv ist - etwa die südafrikanische MTN, für die sich derzeit die indische Bharti interessiert. "Das wäre eine extrem hohe Wette, und dafür ist Konzernchef René Obermann viel zu vorsichtig", heißt es in Telekom-Kreisen.

Deshalb halten die Bonner am US-Markt fest. Der Aufsichtsrat habe bei seiner Tagung am letzten Augustwochenende verschiedene Optionen diskutiert, um den Marktanteil in den USA auszuweiten, heißt es in Kreisen des Gremiums. Dazu zählt unter anderem der Kauf des Wettbewerbers Sprint.

Dafür spricht der kontinuierliche Verfall des Sprint-Aktienkurses seit drei Jahren. Das Papier ist von über 20 Euro auf aktuell knapp drei Euro gefallen, die Nummer drei des US-Markts ist an der Börse nur noch knapp acht Milliarden Euro wert. Grund für den Absturz sind zahlreiche Kundenverluste als Folge von technischen Problemen bei der Integration des Zukaufs Nextel, der eine andere Netztechnik benutzt hat als Sprint. Dagegen spricht, dass T-Mobile sich damit nicht nur einen Restrukturierungsfall aufhalsen würde, sondern selbst derzeit eine dritte Netztechnik benutzt, die eine Integration noch komplizierter machen würde.

Alternativ erwägt die Telekom, kleinere US-Anbieter zu kaufen, etwa den lokalen Wettbewerber Leap Wireless. Der setzt T-Mobile USA mit billigen Minutenangeboten unter Druck. Während AT&T und Verizon vor allem Vertragskunden bedienen, ist der Anteil der T-Mobile-Kunden mit Guthabenkarte im vergangenen Jahr gestiegen. Diese Kunden bringen in der Regel deutlich weniger Umsatz und wechseln schnell zu Billiganbietern, wenn ihr Guthaben aufgebraucht ist.

Um sich das nötige Kapital für die amerikanischen Ausbaupläne zu besorgen, sei auch ein Börsengang von T-Mobile USA denkbar, heißt es in den Kreisen.

Die Telekom ist mit ihrer Mobilfunktochter T-Mobile USA mit deutlichem Abstand zu ihren drei Wettbewerbern das Schlusslicht auf dem Markt.

In den vergangenen Jahren ist der Bonner Konzern in den USA stetig gewachsen. Inzwischen nähert sich aber auch dort der Markt der Sättigung, weil bereits 90 Prozent der Amerikaner ein Handy besitzen.

Die Telekom erwägt, Sprint Nextel zu kaufen, um zu den beiden Großen aufzuschließen. Dagegen sprechen jedoch technische Probleme: Würde T-Mobile Sprint Nextel kaufen, müsste es drei unterschiedliche technische Standards unter einen Hut bringen. T-Mobile sendet auf dem GSM-Standard, den heute 80 Prozent aller Handynutzer weltweit verwenden. Sprint dagegen nutzt den CDMA-Standard, der in den USA und in Korea üblich ist. Nextel wiederum, das Sprint 2005 gekauft hat, funkte auf dem IDEN-Standard. Sprint hat zwar versucht, die einstigen Nextel-Kunden auf sein CDMA-Netz umzustellen, aber dieser Versuch war nicht sehr erfolgreich. Die Folge sind Gesprächsabbrüche und Kündigungen von Kunden. [von Sandra Louven / Handelsblatt.com]



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johnnn 08. Sep 2009

was ist das für ein artikel, habt ihr da 2 artikel untereinander gesetzt?? sieht aus wie...


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