Chinesische Nutzer müssen sich für Forenkommentare ausweisen
Chinesische Internetnutzer müssen sich künftig mit vollem Namen und Identitätsnummer anmelden, wenn sie auf Nachrichtenwebsites Kommentare hinterlassen und sich mit anderen Lesern austauschen wollen. Die ID-Nummer wird staatlich vergeben und beinhaltet Angaben zum Wohnort und das Geburtsdatum.
Seit Anfang August 2009 haben die Nachrichtenangebote von Sina, Netease und Sohu begonnen, nicht registrierte Forennutzer aufzufordern, ihren vollen Namen und ihre Identitätsnummer anzugeben. Das berichtet die New York Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Chefredakteure bei Netease und Sohu und einen Beschäftigten bei Sina.
Eine offizielle Ankündigung von Regierungsseite für die neuerliche Verschärfung der Überwachung gab es nicht. Die geheime Direktive sei Ende Juli vom State Council Information Office ausgegeben worden, eine der staatlichen Stellen, die für die Zensur und Überwachung des Internets zuständig ist. Die Regierung habe dies damit begründet, dass die Forennutzer so zu mehr "sozialer Verantwortung" und "Höflichkeit" erzogen würden. Berichte über die neue Zwangsregistrierung in den Massenmedien seien staatlich unterdrückt worden.
Das System funktioniert jedoch noch nicht zuverlässig. Es sei einigen Redakteuren gelungen, sich unter falschem Namen, ID und Mobilfunknummer in Foren anzumelden, so die Zeitung weiter. Bereits registrierte Forennutzer seien von der neuen Bestimmung ausgenommen. Auf regierungsamtlichen Newsseiten wird die Zwangsregistrierung bislang nicht gefordert.
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