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3D-Blu-ray mit Tücken und Chancen

IFA 2009
3D-Spezifikation soll Ende 2009 kommen. Die 3D-Blu-ray-Disc wird doch nicht so abwärtskompatibel sein, wie es die Blu-ray Disc Association (BDA) zunächst angekündigt hat. Dafür legt sie aber den Grundstein für das dreidimensionale Heimkino – ohne eine bestimmte Displaytechnologie vorzuschreiben.
/ Christian Klaß
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Die Blu-ray Disc Association hatte in dieser Woche – nach einigen Monaten der Vorarbeit durch eine BDA-3D-Taskforce – angekündigt, dass das Blu-ray-Format ab 2010 um 3D-Wiedergabe erweitert wird. Auf einer IFA-Pressekonferenz gab es nun ein paar weitere Details. So soll die 3D-Spezifikation rechtzeitig bis zum Dezember 2009 fertig und abgesegnet sein, damit darauf basierende neue Geräte und Filme im Laufe des kommenden Jahres auf den Markt kommen können. Eine Verspätung erwartet BDA-Aufsichtsrat Benn Carr, der auch Vize-Technikchef bei Walt Disney ist, derzeit nicht.

Kompatibilität

Die 3D-BD-Spezifikation legt primär das Kompressionsformat fest. Das beinhaltet auch die Verdopplung der bei Blu-rays bisher üblichen Bildraten, da für jedes Auge ein eigenes Vollbild mit einer Auflösung von bis zu 1.920 x 1.080 Bildpunkten vorliegen muss. Beim Authoring wird es durchaus Spielraum beim Codieren der Videostreams geben. Selbst reine 3D-Filme ohne Rückwärtskompatibilität zu alten Blu-ray-Playern sind möglich – ob es dann aber auch ein eigenes Logo für solche auf 2D-Geräten nicht mehr abspielbaren Filmen geben wird, konnte Carr noch nicht sagen.

Die BDA setzt bei der 3D-BD auf HDMI 1.4, das neben zwei 1080p/60p-Streams auch eine bidirektionale Kommunikation zwischen Geräten erlaubt – so dass diese auch untereinander klären können, ob 3D- oder 2D-Wiedergabe möglich ist. Kunden sollen nicht gezwungen sein, Derartiges manuell einzustellen. Carr bestätigte, dass HDMI 1.3 prinzipiell für die 3D-BD auch geeignet wäre. Das nährt die Hoffnung, dass bestehende Blu-ray-Player und die Playstation 3 durchaus nachträglich mit Firmwareupgrades 3D-fähig gemacht werden könnten.

Carr wollte Derartiges nicht kategorisch ausschließen, undenkbar sei es von den Spezifikationen her nicht. Gleichzeitig wollte Carr auch nicht ausschließen, dass bisherige Blu-ray-Player automatisch zu 2D-Geräten abwärtskompatible 3D-Filme wiedergeben können. Es sei jeweils Sache der Hersteller und ihrer Produkte, so Carr.

Neukauf für das 3D-Heimkino

Es gibt demzufolge auch kein Versprechen, dass die Abwärtskompatibilität der 3D-Filme für alle bisher verkauften Blu-ray-Player gilt. Dafür ergeben sich aber mit der 3D-BD-Spezifikation deutlich mehr Möglichkeiten für das Format. Ob ein Blu-ray-Player nun aufgerüstet werden kann oder nicht, für die Umrüstung des Wohnzimmers zum 3D-Heimkino muss zwingend ein 3D-fähiger Fernseher oder Projektor gekauft werden.

Wie die mittels HDMI übertragenen 3D-Signale für die Wiedergabe interpretiert werden, wird die 3D-BD-Spezifikation den Herstellern überlassen und keine 3D-Displaytechnologie vorschreiben. Das bedeutet, dass Shutterbrillen kein Muss sind, auch wenn auf der IFA bereits einige Hersteller darauf setzen.

Displays oder Projektoren mit Polarisationsfiltern und passenden Brillen können ebenso zum Einsatz kommen. Auch aufwendigere Stereoskopiemethoden ohne 3D-Brille sind denkbar – aber sehr teuer. Da die Hersteller jedoch hoffen, schnell vom 3D-Boom in den Kinos profitieren zu können, sind für 2010 vor allem eher günstigere und jahrelang erprobte Lösungen zu erwarten. Dazu zählen Displays mit hohen Bildwiederholraten und beiliegende Shutterbrillen.

Der Speicherplatz wird eng

Die maximal 50 GByte Speicherplatz, die eine Blu-ray derzeit bietet, soll für 3D-Filme wegen verbesserter Komprimierung noch ausreichen – Carr zufolge ohne Qualitätseinbußen und mit Extras. Gleichzeitig bestätigte er jedoch, dass die 50 GByte früher deutlich größer wirkten als heute – und dass eine 3D-Blu-ray den Platz auch benötige. Disney lege viel Wert auf das Bonusmaterial und wenn der Platz nicht reiche, würde eine zweite Blu-ray mitgeliefert. Das ist auch bei aktuellen 2D-Blu-rays längst nichts Ungewöhnliches mehr.


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