Amazon erhebt Einspruch gegen Googles Buchabkommen

Amazon: Google Book Settlement ist wettbewerbsfeindlich und politisch bedenklich

In einem Schreiben hat Onlinehändler Amazon das zuständige New Yorker Bezirksgericht aufgefordert, das Abkommen, das Google mit US-Verlegern und Autoren geschlossen hat, nicht zu genehmigen. Amazon hält das sogenannte Google Books Settlement für wettbewerbsfeindlich und für politisch bedenklich.

Artikel veröffentlicht am ,

Der Onlinehändler Amazon ist kein Freund von Googles Bücherprogramm. Im Juni 2009 hatte Chef und Gründer Jeff Bezos kritisiert, Google solle nicht für seine Urheberrechtsverletzungen belohnt werden. Kürzlich hat sich Amazon der Open Book Alliance angeschlossen. Die Gruppe ist gegen die Einigung, die Google mit Autoren und Verlagen über die Nutzung digitalisierter Bücher getroffen hat. Jetzt hat Amazon eine Eingabe für die bevorstehende Anhörung über die außergerichtliche Einigung von Google mit Verlegern und Autoren gemacht.

Kartell aus Verlegern und Autoren

Stellenmarkt
  1. Hochsprachenprogrammierer (m/w/d)
    Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH, Nürtingen
  2. PreSales Solution Architect (w/m/d) im Vertriebsinnendienst
    Ascom Deutschland GmbH, Ratingen, Berlin, Frankfurt am Main
Detailsuche

Wie andere Gegner kritisiert auch Amazon das Google Book Settlement als wettbewerbsfeindlich. Das Abkommen mit dem Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) und dem Schriftstellerverband Authors Guild schaffe mit dem Books Rights Registry ein Kartell, das ohne Einschränkungen die Preise für digitale Bücher festsetzen könne.

Amazon hält das Abkommen aber auch politisch für fragwürdig, da es in die Zuständigkeit des Kongresses eingreife. Es stelle "ein noch nie dagewesenes Umschreiben des Urheberrechtsgesetzes per Gerichtsbeschluss" dar. "Weil sich das Abkommen über die dem Kongress von der Verfassung zugeteilte Rolle hinwegsetzt, das Urheberrecht zu ändern, sollte es abgewiesen werden", heißt es in dem 41 Seiten langen Schreiben.

Lizenz zum Scannen

Amazon hat selbst vor einigen Jahren damit begonnen, Bücher zu digitalisieren - allerdings mit einem großen Unterschied zu Google, betont der Onlinehändler: "Was Bücher angeht, die noch dem Urheberrechtsschutz unterliegen, so hat Amazon nur solche gescannt, für die es die Erlaubnis der Rechteinhaber bekommen konnte."

Google hingegen hat Bücher ohne Erlaubnis der Rechteinhaber gescannt und war deshalb im Jahr 2005 von der Authors Guild Google wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt worden. Nach langen Verhandlungen hatte sich Google mit dem Schriftstellerverband und der AAP 2008 außergerichtlich über die Nutzung der gescannten Bücher geeinigt.

Authors Guild: Amazon ist scheinheilig

Die Authors Guild reagiert empört auf das Schreiben. Amazons Heuchelei ist atemberaubend", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Der Onlinehändler beherrsche bereits den Onlinebuchhandel. Derzeit versuche er zudem, die Kontrolle über den E-Book-Markt zu bekommen, indem er E-Books mit Verlust verkaufe. Wenn jedoch erst einmal die Leser auf Amazons E-Book-Reader Kindle festgelegt seien, werde Amazon voraussichtlich Autoren und Verlage auspressen. "Die Folgen für die wirtschaftlichen Grundlagen des Schriftstellerberufs könnten verheerend sein."

Am 7. Oktober 2009 findet eine Anhörung dazu vor dem zuständigen New Yorker Bezirksgericht statt. Kurz vor der Anhörung war immer mehr Kritik an dem Google Book Settlement laut geworden. Im Juli hat das US-Justizministerium eine formale Untersuchung der wettbewerbsrechtlichen Auswirkungen eingeleitet. Kürzlich hatten US-Professoren Änderungen an dem Abkommen gefordert. Auch international gibt es Widerstand: So haben dieser Tage der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Bundesregierung Dokumente bei dem Gericht eingereicht. Die Eingabefrist endet am 4. September.

Findet keine zweite Anhörung statt, hat das Gericht acht Wochen Zeit, eine Entscheidung zu fällen. Es kann den Vergleich ganz oder unter Auflagen billigen oder ihn ablehnen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Astro
Amazons erster Roboter kostet 1.500 US-Dollar

Astro heißt der erste Roboter von Amazon. Es ist eine Art rollender Echo Show mit Schwerpunkt auf Videoüberwachung.

Astro: Amazons erster Roboter kostet 1.500 US-Dollar
Artikel
  1. Amazon Alexa: Neuer Echo Show mit Personenerkennung wird aufgehängt
    Amazon Alexa
    Neuer Echo Show mit Personenerkennung wird aufgehängt

    Amazon erfindet den Echo Show neu: Der Echo Show 15 hat ein besonders großes Display und kann Personen erkennen.

  2. Cupra Urban Rebel: VW-Tochter kündigt Elektrorenner für 25.000 Euro an
    Cupra Urban Rebel
    VW-Tochter kündigt Elektrorenner für 25.000 Euro an

    Autobauer Cupra bringt mit dem Urban Rebel ein günstiges Elektroauto für all jene auf den Markt, denen der ID.Life von VW zu langweilig ist.

  3. Blink Video Doorbell: Amazon stellt Videotürklingel für 60 Euro vor
    Blink Video Doorbell
    Amazon stellt Videotürklingel für 60 Euro vor

    Amazon hat eine Videotürklingel unter dem Blink-Label vorgestellt. Sie soll vor allem mit einem günstigen Preis überzeugen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Echo Show 15 249,99€ • eero 6 Wifi 6 System 3er-Pack 299€ • Saturn-Aktion: Win 10-Laptop oder PC kaufen, kostenloses Upgrade auf Win 11 erhalten • Bosch Professional & PC-Spiele von EA günstiger • Alternate (u. a. Asus TUF Gaming-Monitor 23,8" FHD 165Hz 179,90€) • 6 UHDs kaufen, nur 4 bezahlen [Werbung]
    •  /