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Test: Playstation 3 Slim - das steckt im schlankeren Gehäuse

Neue Version der Sony-Konsole spart gegenüber den Vorgängern Strom. Mit der Slim bietet Sony Computer Entertainment eine generalüberholte Schrumpfversion der Playstation 3 an. Im Test von Golem.de musste sich die Slim mit ihren älteren und größeren PS3-Brüdern messen - und ihr Innenleben offenbaren.
/ Peter Steinlechner
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Monatelang gab es Gerüchte um die Playstation 3 Slim. Kommt sie - oder doch nicht? Sogar Fotos waren im Mai 2009 im Internet aufgetaucht, die dem drei Monate später vorgestellten Modell in vielen, aber nicht in allen Details ähneln. Und jetzt ist sie da: Seit dem 1. September 2009 verkauft Sony Computer Entertainment (SCE) weltweit die Playstation 3 in der Slim-Version, hierzulande kostet das Gerät rund 300 Euro. Golem.de hat eine fertige Fassung des bei Sony intern PS3 CECH-2000 genannten Modells unter die Lupe genommen: Ist die neue Hardware leiser oder lauter, was ist mit dem Energieverbrauch - und gibt es sonst Vor- oder Nachteile?

Die Slim im Überblick

Die Slim ist nur in einer Version mit einer 120 GByte großen Festplatte von Toshiba erhältlich; wer mag, kann die 120-GByte-Festplatte aber problemlos selbst gegen ein größeres Modell austauschen. Natürlich bietet das Gerät im Alltag die gleichen Möglichkeiten wie der zuletzt erschienene schwere Vorgänger: Neben den Gamingoptionen per Blu-ray oder Playstation Network kann auch die Slim DVDs und vor allem Video-Blu-rays abspielen. Sie hat einen eingebauten WLAN-Adapter sowie ein internes Netzteil; anders als bei früheren Modellen kommt kein Stromkabel mit Kaltgeräteendstecker, sondern eines mit dem kleineren EU-Normstecker. Die Slim steht mit Firmware 2.76 im Laden, das Update auf Version 3.0 ist für alle PS3-Modelle inzwischen verfügbar.

Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich außerdem Ethernetbuchse, HDMI- und optischer S/PDIF-Ausgang sowie ein AV-Port. Das neue Gerät hat Abmessungen von 29 x 6,5 x 29 cm und wiegt rund 3,12 Kilogramm - die Ur-PS3 kam auf 5,03 und die zuletzt verfügbare Version auf 4,45 Kilogramm.

Leistungsaufnahme im Vergleich

Der Cell-Prozessor ist nun in einer 45-Nanometer- statt in einer 65-Nanometer-Version verbaut. Der Chip arbeitet mit der gleichen Taktfrequenz, ist aber etwas kleiner und verbraucht dank seiner erhöhten Effizienz weniger Strom. Das ist dann auch ein Punkt, in dem sich die Slim von den Vorgängern unterscheidet: Der Energieverbrauch ist gegenüber den Vorgängern teils deutlich gesunken. Das hat nicht nur (kleine) Auswirkungen auf die Stromrechnung, sondern auch auf das Wohlgefühl im Wohnzimmer: Die Slim benötigt weniger Kühlung, entsprechend arbeitet die Lüftung etwas leiser.

PS 3 Slim PS3 40 GByte, Okt. 2008 PS3 60 GByte, März 2007
Spiel (Motostorm Rift, 1080p) 99,8 Watt 136,5 Watt 183,1 Watt
Blu-ray (Wall-E) 81,7 Watt 119,3 Watt 165,5 Watt
Leerlast (Menü) 80,2 Watt 110,1 Watt 140,2 Watt
Stand-by 1,0 Watt 1,7 Watt 1,7 Watt

Insbesondere gegenüber der zuerst veröffentlichten Version ist die Leistungsaufnahme in vielen Bereichen deutlich niedriger - beim Abspielen von Blu-rays sogar um mehr als die Hälfte. Aber auch gegenüber der zuletzt verkauften Fassung der PS3 ist der Stromverbrauch zurückgegangen. Die Messungen bestätigen die von Sony angegebenen Werte von 36 Prozent: Bei Spielen verbraucht die Slim 99,8 Watt im Gegensatz zu 136,5 Watt. Beim Blu-ray-Betrieb braucht die neue Konsole 81,7 Watt - 37,6 Watt weniger als das direkte Vorgängermodell.

Nachteile und Vorteile

Ein paar Nachteile sind dann aber doch unter der neuen, matten Abdeckung zu finden: Anders als ganz frühe PS3-Dickschiffe unterstützt die Slim keine Playstation-2-Spiele; die zuletzt verfügbaren "alten" Modelle hatten diese Möglichkeit allerdings ebenfalls nicht mehr. Eventuelle künftige Revisionen des Geräts werden dies ebenfalls nicht tun, sagt SCE sehr klar. Auch die "Other OS"-Option, die bislang auf jeder PS3 verfügbar war, haben die Entwickler gestrichen: Linux lässt sich also auf dem neuen Gerät nicht mehr installieren.

Auf der Habenseite verbucht die Slim, dass sie die Tonformate Dolby True HD und TDS-HD im 7.1-Format unterstützt. Außerdem beherrscht sie Deep Colour und x.v.Colour-Bildoptimierung, die mit dem HDMI-Standard 1.3 möglich geworden sind - das ermöglicht eine etwas bessere Bildqualität. Per HDMI-Anschluss nimmt die Konsole CEC-Befehle entgegen, mit denen sie sich an entsprechend ausgerüsteten Fernsehern - vor allem Bravia-Modelle von Sony - bedienen lässt.

Gehäuse und Haptik

Die Knöpfe zum Ein- und Ausschalten sowie zum Auswurf von Datenträgern befinden sich weiterhin unterhalb des Slot-In-Laufwerks, sind aber besser markiert und verfügen über einen Druckpunkt - die Slim ist dadurch zugänglicher zu bedienen; den Netzschalter auf der Rückseite haben die SCE-Ingenieure gestrichen. Die Oberfläche des Geräts ist jetzt matt und fühlt sich wertig an. Fingerabdrücke sind auf der Konsole ein etwas kleineres Problem - auf den glattpolierten Seiten gibt es noch ein paar Möglichkeiten dafür.

Im Lieferumfang befinden sich die Konsole mitsamt Stromkabel und ein kabelloser Dualshock-3-Controller mit USB-Kabel zum Aufladen. Anstelle eines HDMI-Kabels legt Sony ein Multi-AV-Kabel sowie einen Euro-Scart-Adapter bei.

Fazit

Schade, dass auf der Slim keine PS2-Spiele laufen und vor allem, dass die Unterstützung für Linux gestrichen ist. Sonst wäre die Empfehlung noch klarer: Wer derzeit eine Playstation 3 möchte, kommt an Sonys neuer Daddelkiste nicht vorbei. Das PS2- und Linux-Ärgernis ist aber die einzige Kritik, denn ansonsten ist die neue Konsolenversion eine gute Wahl. Im Alltag besonders angenehm ist der etwas geringere Geräuschpegel. Ein Extralob gibt es dafür, dass das Netzteil nach wie vor integriert ist und somit - anders als bei der Xbox 360 - kein schweres Extraplastikbrikett als Stolperfalle im Wohnzimmer lauert.


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