RWE präsentiert Elektromobilität
Ingo ist umgestiegen – und das gleich in doppelter Hinsicht: Vor einigen Jahren fuhr er einen Manta, den er im Werbespot eines Tankstellenbetreibers an der falschen Säule auftankte: "Super, Ingo. Nicht Diesel." Inzwischen hat die etwa schusselige Werbefigur den Benziner gegen ein Elektroauto eingetauscht und wirbt für die Elektromobilitätskampagne von RWE. Die präsentiert der Energieversorger gerade in mehreren deutschen Städten.
Blickfang Tesla Roadster
Auf dem Platz vor den Hamburger Deichtorhallen hat RWE dieser Tage sein mobiles Präsentationszentrum aufgebaut. Der Andrang hält sich an diesem Sommernachmittag in Grenzen. Der Blickfang der Veranstaltung ist klar: Drei metallicblaue Tesla Roadster glänzen in der Sonne. Bei solchen Autos ist auch der Antrieb egal. Elektrische Durchschnittsfahrzeuge wie der E-Smart , der einige Meter weiter an einer Ladesäule steht, regen deutlich weniger zum Träumen an.
RWE treibt derzeit nach eigenen Angaben den Aufbau einer Infrastruktur für Elektromobilität in Deutschland voran. Es sei wichtig, in Vorleistung zu gehen und so einen Anreiz zum Umstieg auf umweltfreundliche Autos zu schaffen, erklärte eine Mitarbeiterin Golem.de. Zentrum ist Berlin, wo das Unternehmen zusammen mit dem Autohersteller Daimler das Pilotprojekt E-Mobility Berlin betreibt. In dessen Rahmen wurden bislang 50 Ladesäulen mit je zwei Anschlüssen in den Stadtteilen Charlottenburg und Mitte aufgestellt. Bis 2010 soll sich die Zahl verzehnfachen. RWE bietet den Autostrom für knapp 19 Cent pro Kilowattstunde an. 100 km Fahrstrecke kosten nach Angaben des Unternehmens 3 bis 4 Euro.
Kooperation mit Navi-Herstellern
Hinzu kommen einige Ladesäulen in Düsseldorf sowie in mehreren Städten im Ruhrgebiet. Die meisten Standorte können über eine interaktive Karte auf der Website(öffnet im neuen Fenster) abgerufen werden, auf der allerdings die drei gerade in Hamburg eröffneten Stationen noch fehlen. Das Unternehmen verhandelt nach eigenen Angaben mit den Herstellern von Autonavigationsgeräten über eine Aufnahme der Stationen in die Landkarten.
Eine solche Ladestation ist nicht nur eine Steckdose. Um die Abrechnung zu ermöglichen, müssen sich Auto und Fahrer zuerst authentifizieren. Dadurch soll es möglich sei, dass auch Kunden anderer Energieversorger die Akkus ihrer Autos an den RWE-Stationen laden können. Derzeit entwickeln die an der Elektromobilität Beteiligten die dazu nötigen Kommunikationsprotokolle. Die Fahrzeuge sollen mit einer Box ausgestattet werden, die die Kommunikation auf Seiten des Autos durchführen soll. Diese Box soll bald auf den Markt kommen. Bis dahin können sich Nutzer aber auch manuell authentifizieren: Auf den Säulen ist eine Telefonnummer angegeben, über die sich der Nutzer für deren Benutzung anmelden kann.
Wallbox für die Garage
Allerdings sollen Ladesäulen nicht nur an öffentlichen Straßen aufgestellt werden, sondern auch auf Parkplätzen und in Parkhäusern. RWE verhandelt nach eigenen Angaben bereits mit Bewirtschaftern. Für die heimische Garage schließlich bietet das Unternehmen eine sogenannte Wallbox an. Die soll mehr können als eine normale Steckdose, etwa das Auto dann laden, wenn der Strom günstig ist oder wenn der Ladevorgang das Netz nicht zu sehr belastet.
Die RWE-Roadshow ist noch bis 2. September in Hamburg zu sehen. Danach stehen Frankfurt (15. bis 27. September auf der IAA), München (13. bis 15. Oktober) und Mainz auf dem Programm(öffnet im neuen Fenster) .
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