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Opera 10 mit Turboschaltung und Seitenvorschau in Tableiste

Überarbeitete Bedienoberfläche und verbesserte Schnellwahlseite. Der Browser Opera 10 steht ab sofort in der finalen Version als Download bereit. Als Neuerung bringt er eine Vorschaufunktion direkt in der Browser-Tab-Leiste, einen Turbomodus bei langsamen Internetverbindungen sowie eine überarbeitete Bedienoberfläche.
/ Ingo Pakalski
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Opera nennt die Vorschau in den Browser-Tabs visuelle Tabs. Der Nutzer kann entscheiden, ob er die Vorschau oder die bisherige Darstellung der Tab-Leiste verwenden möchte. Für die visuellen Tabs muss die Tab-Leiste nur aufgezogen werden, schon erscheinen Vorschaubilder der geöffneten Webseiten. Frühere Opera-Versionen boten bereits eine Vorschau geöffneter Webseiten, aber die Minibildchen kamen erst, wenn der Mauspfeil auf einem Browser-Tab ruhte. Mit den visuellen Tabs sind Vorschaubilder der geöffneten Webseiten ständig sichtbar.

Die Vorschau arbeitet in Echtzeit, so dass der Nutzer sehen kann, wenn eine Webseite noch mit dem Laden beschäftigt ist. Dabei zeigt die Vorschau immer den oberen Bereich einer Webseite, auch wenn der Nutzer in der Webseite nach unten gescrollt hat. Dadurch ist eine Webseite leichter identifizierbar. Wie auch bei den vorherigen Opera-Versionen kann die Tableiste wahlweise oben, unten, an der linken oder rechten Seite des Browsers dargestellt werden. Auch das Umsortieren der Tabs mit der Maus funktioniert weiterhin.

Leider ist die neue Tabvorschau nicht an Windows 7 angepasst, so dass sich Opera nicht in die Tabvorschau der Windows-7-Taskleiste integriert. Auch die Sprunglisten von Windows 7 unterstützt der Browser nicht, so dass diese Komfortfunktionen der kommenden Windows-Version nicht mit Opera nutzbar sind. Hier bleibt die Hoffnung, dass Opera mit einem Update bis zum 22. Oktober 2009 nachbessert.

Generell fällt bei der Benutzung von Opera 10 die neu gestaltete Bedienoberfläche auf, die mit Hilfe des Designers John Hicks(öffnet im neuen Fenster) entworfen wurde. Er hatte seinerzeit das Firefox-Logo entworfen und auf Basis seiner Arbeit soll ein neues Firefox-Icon entstehen.

Besonders für das mobile Surfen über langsame Mobilfunknetze oder überlastete WLAN-Netze wurde in Opera 10 ein Turbomodus integriert. Dann sollen auch bei langsamer Internetverbindung Webseiten schnell erscheinen und keine langen Wartezeiten auftreten. Auch bei der Nutzung eines Volumentarifs kann dieser Modus sinnvoll sein und Geld sparen, weil das übermittelte Datenvolumen kleiner wird. Über ein kleines Icon in der Statusleiste kann der Turbomodus ein- und ausgeschaltet werden. Der Nutzer erhält dann bei geringer Bandbreite eine höhere Geschwindigkeit beim Laden von Webseiten.

Opera Turbo ist eine Art Proxy-Server, auf dem alle Webinhalte komprimiert, aber nicht angetastet werden – im Unterschied zum Ansatz von Opera Mini. Dabei funktionieren auch Techniken wie Ajax/XmlHttpRequests und Flash, allerdings werden eingebettete Plug-in-Inhalte erst nach einem Klick angezeigt. Verschlüsselte Inhalte werden generell nicht von Operas Turbo angetastet.

In der Standardkonfiguration wird der Nutzer informiert, wenn Opera eine langsame Internetverbindung bemerkt und anbietet, Opera Turbo zu aktivieren. Alternativ dazu kann Opera Turbo auch in einen Automatikmodus gestellt werden. Dann aktiviert sich der Turbomodus selbsttätig, wenn eine Internetverbindung langsam ist. In Webseiten eingebettete Bilder können bei aktiviertem Turbomodus aber unschöne Kompressionsartefakte aufweisen. Dieses Problems ist sich Opera bewusst – mittels Kontextmenü kann eine Bilddatei gezielt in voller Qualität geladen werden.

Hand angelegt hat Opera an die Schnellwahlseite, die mit Opera 9.20 eingeführt wurde. Die neue Schnellwahlseite kann nun umfangreich konfiguriert werden und dient weiterhin dazu, häufig besuchte Webseiten bequem zu öffnen. So kann die Menge und Verteilung der Schnellwahlfelder angepasst werden. Der Anwender kann also entweder ganz viele oder nur ganz wenige Schnellwahlfelder auf der Seite ablegen. Zudem kann ein beliebiges Foto als Hintergrund verwendet werden.

Innerhalb des Browsers gibt es eine Rechtschreibkorrektur, die Tippfehler findet, wenn der Nutzer in Blogs, Webmailern oder Social Networks schreibt. Standardmäßig ist die Funktion nicht aktiviert und kann über das Kontextmenü einer Webseite eingeschaltet werden. Für die Korrektur setzt Opera auf die Hunspell-Engine und stellt passende Wörterbücher bereit. Generell werden alle Eingabefelder in Webseiten von der Rechtschreibkorrektur überwacht.

In Opera 10 kommt die Rendering-Engine Presto in der Version 2.2 zum Einsatz, die vor allem besser auf die Einhaltung von Webstandards getrimmt wurde. So absolviert der Browser den Acid3-Test mit 100 Punkten und unterstützt Web Fonts sowie SVG-Dateien nun besser. Opera verspricht, dass die neue Rendering Engine bis zu 40 Prozent schneller als die Vorversion arbeitet.

Der in Opera 10 enthaltene Updatemechanismus arbeitet auf Wunsch automatisch und installiert eine neue Version ohne Rückfrage, wenn dies gewünscht wird. Alternativ kann sich der Anwender auf eine neue Version hinweisen lassen und dann selbst entscheiden, ob der Browser aktualisiert werden soll.

Auch der E-Mail-Client in Opera 10 wurde überarbeitet und versendet E-Mails im HTML-Format. Dafür wurde ein neuer Editor integriert, der Links, formatierten Text sowie eingebettete Bilder unterstützt. Als weitere Neuerung kann bei Nutzung von POP3 bestimmt werden, ob E-Mails auf dem Server automatisch nach einer bestimmten Zeit gelöscht werden sollen.

Für Opera 10 musste der Hersteller den Browserstring überarbeiten . Denn die neue Opera-Version ist der erste wichtige Browser, der eine zweistellige Versionsnummer vor dem Punkt erhält. Darauf sind aber nicht alle Webseiten vorbereitet und hatten daher die neue Version irrtümlicherweise als Opera 1.0 erkannt.

Opera 10 steht ab sofort unter anderem in deutscher Sprache für Windows, MacOS, Linux, Solaris und FreeBSD als Download(öffnet im neuen Fenster) bereit.


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