US-Kongress überprüft den Jugendmedienschutz
Der Medienausschuss des US-Kongresses in Washington beschäftigt sich derzeit damit, die geltenden Jugendschutzbestimmungen zu überprüfen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, ob die unterschiedlichen Gesetze im Zuge der zunehmenden Medienkonvergenz neu gestaltet werden müssen. Konkrete Überlegungen gibt es etwa darüber, ob künftig ein einheitliches Jugendschutzsystem die Inhalte unabhängig davon beurteilt, ob sie im Fernsehen, im Internet oder in Computerspielen auftauchen.
Noch befinden sich die Überlegungen in einer sehr frühen Phase – konkrete Gesetzesinitiativen etwa spielen noch keine Rolle. Trotzdem haben sich laut einem Bericht auf Bloomberg.com(öffnet im neuen Fenster) bereits jetzt Spielehersteller wie Microsoft und der Branchenverband Entertainment Software Association (ESA) gegen mediengattungsübergreifende Altersfreigaben gewandt. Die ESA argumentiert, dass sich bei Spielen die spezialisierten Systeme sowohl in den USA wie in anderen Teilen der Welt bewährt haben.
Ähnlich wie in den meisten Ländern sind auch in den USA unterschiedliche Institutionen für den Jugendschutz zuständig. Um Filme etwa kümmert sich die Motion Picture Association of America, für Computerspiele ist die Elspa zuständig – die Entertainment and Leisure Software Publishers Association. Eine Besonderheit im amerikanischen Jugendschutz ist der "V-Chip", der seit dem Jahr 2000 in jedes größere Fernsehgerät eingebaut werden muss; das "V" steht für "Violence". Mit seiner Hilfe können Eltern für das Alter ihrer Kinder vermeintlich nicht geeignete Inhalte grundsätzlich blockieren.
Auch in Deutschland gewinnt die Frage über die Zuständigkeit von Jugendschutzeinrichtungen eine zunehmende Rolle. Für Computerspiele etwa ist die USK in Berlin zuständig, während sich um Spiele im Internet die Kommission für Jugendmedienschutz kümmert. Es gibt Bestrebungen, das System neu zu ordnen und beispielsweise der USK auch die Prüfung von Onlineinhalten zu überlassen.
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