Warhammer Online - Jubiläum ohne Rückendeckung

Als Warhammer Online im September 2008 startete, sah es noch gut aus für das Onlinerollenspiel. Doch von den Ende des vergangenen Jahres gemeldeten 800.000 Abonnenten waren im März 2009 nur noch 300.000 übrig. Warhammer Online konnte einen Großteil der Neugierigen nicht an sich binden. Der Spielermangel führte dazu, dass viele Server geschlossen werden mussten. Auf der Gamescom bekräftigten Vertreter des Warhammer-Online-Teams, dass sich vieles am Spiel verbessert habe, insbesondere beim Realm-vs-Realm (RvR) – den Kämpfen zwischen Spielern (Player vs Player, PvP) verfeindeter Reiche.
| |
Um die Abonnenten bei Laune zu halten, gibt es anlässlich des einjährigen Jubiläums "Die wilde Jagd" (The Wild Hunt). Sie dauert vom 31. August bis zum 8. September und bringt neue Abenteuer, zu ergatternde Schätze und Geschenke. Den ganzen September durch gibt es zudem weitere Vorteile, etwa mehr Erfahrungspunkte. Vorbereitet wird der Event am 31. August 2009 durch das Update 1.3.1. Dieses bringt neue RvR-Herausforderungen, darunter einen zweiten möglichen Zugang zu den generischen Hauptstädten.
Zum aktuellen Stand der Abonnentenzahl wollte das Warhammer-Online-Team auf der Gamescom nichts sagen. "Der Druck im MMO-Markt ist immens" , hieß es jedoch gegenüber Golem.de. Zwar hat sich EA Mythic mit der Marke Warhammer eine starke Lizenz für das Spiel gesichert – doch Games Workshop hat kein Interesse daran, das Onlinerollenspiel und andere Lizenzprodukte in den eigenen Geschäften anzubieten. "Deren gesamtes Geschäftsmodell ist darauf ausgelegt, Spielzeugsoldaten zu verkaufen" , erklärte ein enttäuschter Entwickler.
Games Workshop hat wenig Interesse an Warhammer Online
Games-Workshop-Lizenzmanager Erik Mogensen bestätigte das nach der Gamescom. "Unsere Geschäfte sind dazu da, Tabletop-Spiele zu verkaufen ... Wir verkaufen nur GW-eigene Produkte. Die Jungs, die in unseren Shops arbeiten, müssen sich um viel kümmern – drei große Spielesysteme (Warhammer, Warhammer 40.000 und The Lord of the Rings)." Darauf sollten sich auch konzentrieren – und die Fans sich ihre Infos zu Computerspielen aus dem Fachhandel besorgen.
Wer in einen Games-Workshop-Laden gehe, wolle sich – so Mogensen – in erster Linie über die Tabletop-Spiele informieren, zu Hause könnten sie hingegen mit ihren Freunden Warhammer Online spielen. Die Entwickler von EA Mythic waren sich hingegen auf der Gamescom nicht unbedingt einig, ob es diese Interessenstrennung so wirklich gibt.
Gesunde Trennung statt profitabler Vermarktung
Mogensen: "Natürlich spielen viele unserer Fans auch Computerspiele, aber ich vergleiche es gerne hiermit: Wenn man mit den Freunden zu einem Fußballspiel geht, wird in der Regel über Fußball geredet. Man mag andere Vorlieben und Hobbys haben, aber man trennt sie etwas. Das geht auch uns und unseren Kunden so."
Auf die Frage, ob es denn nicht sinnvoll sei, enger mit EA Mythic zusammenzuarbeiten, antwortete Mogensen: "Wir denken, dass das eine gesunde Trennung ist und haben kein Interesse daran, beides zu kombinieren" . Gemeinsame Vermarktung spielt keine Rolle, Gamesworkshop konzentriert sich auf die Eröffnung weiterer Geschäfte und die Vergrößerung des eigenen Tabletop-Geschäfts.
Entsprechend wird es in GW-Läden auch in Zukunft weder Warhammer Online noch Tabletop-Figuren mit beiliegenden Codes für In-Game-Items für das Onlinerollenspiel zu kaufen geben. Werbung oder DVDs mit Testzugängen liegen auch nicht aus. Da wundert es im Nachhinein nicht mehr, dass Warhammer Online(öffnet im neuen Fenster) durch das Warhammer im Namen weniger profitiert hat, als es seitens Electronic Arts erwartet wurde.