Pirate Bay verkauft? Vielleicht nächste Woche

Unklarheit über Verkauf des Bittorrent-Trackers Pirate Bay

Am gestrigen Donnerstag sollte der Verkauf des Bittorrent-Trackers Pirate Bay abgeschlossen werden. Käufer Global Gaming Factory X fehlt jedoch das nötige Geld. Unternehmenschef Hans Pandeya hält jedoch an dem Kauf fest. Die GGF-Aktie bleibt weiterhin vom Handel ausgeschlossen.

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Der gestrige 27. August 2009 sollte der große Tag für das schwedische Unternehmen Global Gaming Factory X (GGF) sein: der Tag, an dem der spektakuläre Kauf von Pirate Bay abgeschlossen wird. Doch daraus wurde nichts. Am Rande einer außerordentlichen Hauptversammlung musste GGF-Chef Hans Pandeya die Öffentlichkeit vertrösten, berichtet die schwedische Zeitung The Local. Der Kauf sei aber von den Aktionären genehmigt, das Unternehmen halte daran fest, beteuerte Pandeya. Er geht davon aus, dass das Geschäft in den kommenden acht Tagen abgeschlossen werden kann.

Kein Geld für Pirate Bay

Derzeit fehlt GGF jedoch das Geld, um den Kauf abschließen zu können. 60 Millionen schwedische Kronen, derzeit knapp 6 Millionen Euro, soll GGF für den Bittorrent-Tracker bezahlen. Bislang konnte GGF jedoch nicht nachweisen, dass es über die entsprechenden Mittel verfügt.

Die Betreiber der schwedischen Börse Aktietorget, an der GGF gelistet ist, haben deshalb die Aktie des Unternehmens am vergangenen Freitag aus dem Handel genommen. Das bringt Pandeya in weitere Schwierigkeiten, denn dadurch kann er eine geplante Kapitalerhöhung nicht durchführen.

Wer sind die Investoren?

Schuld sind laut Pandeya andere: Die Investoren, die ihn beim Kauf unterstützen wollten, seien wegen des Medienrummels aus dem Geschäft wieder ausgestiegen, sagte er. Allerdings hat er die Identität der Investoren nie offengelegt. Inzwischen will Pandeya neue Investoren aufgetrieben sowie ein Geschäft mit einer der vier großen Plattenfirmen an Land gezogen haben, berichtet der US-Branchendienst Cnet. Einzelheiten, etwa wer die neuen Partner sind oder mit welchem Medienunternehmen er handelseinig geworden ist, blieb der GGF-Chef jedoch schuldig.

Dafür sagte er der Tageszeitung Dagens Nyheter am Donnerstag, er wolle selbst für den Kaufpreis bürgen und so den Kauf sicherstellen. Allerdings musste er sogleich Liquiditätsprobleme einräumen: Pandeya schuldet dem schwedischen Staat noch über 700.000 Kronen, rund 70.000 Euro, an Steuern.

Ausschlussverfahren gegen GGF?

Aktietorget-Vizechef Peter Gönczi bezweifelt denn auch, dass Pandeya das Geld für Pirate Bay aufbringen können wird. Die Chancen dafür stehen in der Tat schlecht: Nicht nur, dass die Aktie weiterhin vom Handel ausgeschlossen bleibt. Aktietorget prüft laut Gönczi außerdem, ob GGF komplett ausgeschlossen werden soll. Man könne nicht an der Börse aktiv sein, wenn man keine korrekten Informationen vorlege, begründete er.

Schwedische Medien halten den Pirate-Bay-Kauf inzwischen für einen Bluff, dessen einziger Zweck es gewesen sei, den GGF-Kurs nach oben zu treiben, schreibt The Local. Tatsächlich machte die Aktie nach der Ankündigung einen ordentlichen Sprung. Jetzt ermitteln allerdings die schwedischen Behörden gegen GGF wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

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