Elektronische Zunge erkennt Süßes

Labor auf einem Chip stellt Geschmack optisch dar

Wissenschaftler um den Chemiker Kenneth Suslick der Universität des US-Bundesstaates Illinois in Urbana-Champaign haben eine elektronische Zunge entwickelt. Dabei handelt es sich um ein Labor auf einem Chip, das Süßes erkennt.

Artikel veröffentlicht am ,

Die elektronische Zunge hat etwa die Größe einer Visitenkarte und besteht aus 16 Feldern mit chemischen Indikatoren, die auf einen glasartigen Träger gedruckt sind. Die Stoffe reagieren auf bestimmte süße Substanzen und verfärben sich nach etwa 2 Minuten. Wird der Sensor in eine Probe getaucht, lässt sich an den aufleuchtenden Farben und ihrer Intensität ablesen, um welchen Süßstoff es sich handelt.

Visualisierter Geschmack

"Wir nehmen Geschmack oder Geruch und verwandeln deren chemische Eigenschaften in Bilder", erklärt Suslick, der den Sensor auf dem Jahrestreffen der American Chemical Society vorgestellt hat. Mögliche Anwendungen sind die Messung von Blutzuckerwerten oder die Erkennung von Schadstoffen in der Umwelt.

Ihr Sensor sei bereits vorhandenen Sensoren, die auf Hochleistungsflüssigkeitschromatografie beruhen, überlegen, sagen die Forscher, da er günstiger, kleiner und schneller sei. Eine vollwertige künstliche Zunge sei er jedoch nicht, schränkt Christopher Musto, einer von Suslicks Mitarbeitern, ein. Derzeit erkennt der Sensor mit Süße nur einen von insgesamt fünf Grundgeschmacksrichtungen. Es fehlen salzig, sauer, bitter und umami.

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