WLAN über Rundfunkfrequenzen

Neues WLAN-Protokoll für die digitale Dividende

Entwickler von Microsoft und der Harvard Universität haben mit WhiteFi ein Protokoll entwickelt, über das WLAN über freie Rundfunkfrequenzen übertragen werden kann. Wegen der strengen Regeln für die Nutzung von Frequenzlücken in den USA beinhaltet WhiteFi eine Reihe von Mechanismen zur Verhinderung von Störungen.

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Die alten Rundfunkfrequenzen, die durch Umstellung von analoger auf digitale Übertragung von Radio und Fernsehen frei werden, sollen unter anderem dafür genutzt werden, ländliche Gebiete, in denen es nur langsame Internetzugänge gibt, mit drahtlosem Breitbandinternet zu versorgen. Pilotprojekte, wie sie hierzulande in Baden-Württemberg, Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt werden, setzen dabei auf die Datenübertragung per Mobilfunk. Entwickler von Microsoft und der Harvard Universität haben eine Alternative ersonnen: Sie wollen über freie Rundfunkfrequenzen Daten per WLAN übertragen.

WLAN mit großer Reichweite

Das Konzept, das sie WhiteFi (aus WiFi und White Space, das englische Wort für nicht genutzte Funkfrequenzen) genannt haben, sieht vor, Daten auf den Frequenzen zwischen 512 MHz und 698 MHz zu übertragen. Vorgestellt haben sie es auf der Sigcomm, einer Fachkonferenz für Datenkommunikation, die von der Informatikergesellschaft Association for Computing Machinery (ACM) veranstaltet wird. Vorteil der UHF-Rundfunkfrequenzen ist, dass sie wegen der niedrigen Frequenz eine höhere Reichweite haben als WLAN mit einer Frequenz von 2,4 GHz. Nach Angaben der Forscher könnten Geräte noch in einer Entfernung von über einer Meile, also mehr als 1,6 km, Daten vom WLAN-Access-Point empfangen.

Allerdings bringt die WhiteFi auch einige Schwierigkeiten mit sich: Ende 2008 hatte die US-Regulierungsbehörde (Federal Communication Commission, FCC) die Nutzung von Frequenzlücken in den USA freigegeben. Nach den Regularien der FCC dürfen die Geräte und Anwendungen, die diese Frequenzen nutzen, nicht die TV-Übertragung auf benachbarten Frequenzen oder keine Geräte wie etwa Funkmikrofone stören.

Störungen vermeiden

Um das zu verhindern, mussten die Entwickler Mechanismen finden. So sollen die Geräte ständig messen, welche Frequenzen um sie herum gerade belegt sind und dann die freien nutzen. Außerdem sollen sie neben dem Hauptkanal einen Nebenkanal bekommen, auf den sie ausweichen können, wenn auf dem Hauptkanal ein anderes Gerät, etwa ein mobiles Mikrofon, auftaucht.

Die Microsoft-Entwickler haben nach eignen Angaben von der FCC die Genehmigung bekommen, zu Testzwecken ein WhiteFi-Netz auf dem Gelände von Microsoft in Redmond im US-Bundesstaat Washington aufzubauen. Im Gegenzug wollen sie ihre Erfahrungen aus dem Betrieb der FCC zur Verfügung stellen.

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