Diablo 3 auf der Gamescom angespielt
Die auf der Gamescom spielbare Demo von Diablo 3 erinnert stark an das zweite Kapitel von Diablo 2. Schauplatz ist die Trockensteppe mit ihren Ruinen, die von Skeletten, Skorpionen und Rieseneidechsen bewohnt werden. Der Spieler hat zu Beginn der Demo die Wahl zwischen einem Barbaren, Magier oder Hexendoktor. Bevor es ans Monstermetzeln geht, kann noch ausgewählt werden, ob die Demo allein oder mit bis zu drei Mitspielern bestritten wird.
Die Steuerung der Helden ist aus dem Vorgänger eins zu eins übernommen. Einige zusätzliche Spezialfähigkeiten liegen allerdings, ähnlich wie bei World of Warcraft, auf den Zifferntasten 1 bis 4. Der Hexendoktor beschwört beispielsweise über einen Druck auf 1 bis zu zwei untote Kreaturen, die ihm im Kampf beistehen. Mit der 3 kann er sie in einer geschmeidig animierten Explosion zerbersten lassen, um großen Flächenschaden anzurichten. Ein linker Mausklick steuert den Doktor durch die Welt oder lässt ihn angreifen und ein rechter Mausklick löst weitere Spezialfähigkeiten aus: die Brandbombe oder vier rasch beschworene Minispinnen.
Das Wichtigste in Diablo war immer die Beute: mehr oder weniger seltene Objekte, die Gegner beim Ableben fallen lassen. In der Demo ist die Beute vernachlässigbar. Die Helden sind sowieso stark genug, um sich der Gegnerhorden zu entledigen. So ist Diablo 3 auf der Gamescom eher eine blutige Erkundungsreise nach Sanktuario, der Welt von Blizzards Actionrollenspiel.
Technisch ist die Demo ausgereift. Die Welt präsentiert sich flüssig mit stabilen 60 Bildern pro Sekunde und ist überzeugend gestaltet. Wettereffekte wie Sandstürme sind bereits integriert und die sehr räumliche und plastische 3D-Welt ist interaktiv. Die Animationen von Helden und Gegnern sind aufwendig und sehr abwechslungsreich, vor allem, wenn die dunklen Schergen der Hölle das Zeitliche segnen.
Ein Dungeon der Demo hat ein Zeitlimit. Die Aufgabe ist es, ein Artefakt zu zerstören, bevor die komplette Ruine in sich zusammenfällt. Spieler müssen so nicht nur auf ihre Gegner achten, sondern auch auf die um sie herum einstürzenden Pfeiler und Decken. Läuft das Zeitlimit ab, heißt es: zurück zum letzten Checkpoint.
In der Regel sterben die Helden in der Demo jedoch nicht. Nur wer in einem Multiplayerspiel allein gegen starke Bosse antritt, dürfte in Schwierigkeiten geraten. In seltenen Fällen wird das Geschehen auf dem Monitor mit vielen Effekten und Monstern unübersichtlich. Schon wenn zwei Hexendoktoren in der Partie sind, ist schwer ersichtlich, welche beschworenen Kreaturen zu wem gehören. Das Anwählen der Gegner geht dagegen schon gut von der Hand, da angewählte Monster mit einem auffälligen roten Rahmen umzogen werden.
Insgesamt bietet die auf der Gamescom vorgestellte Demo von Diablo 3 Spielspaß für etwa 40 Minuten. Die gezeigten Missionen erinnern zwar stark an den Vorgänger und World of Warcraft, hielten uns aber dennoch nicht davon ab, auch noch den letzten Winkel Sanktuarios zu erkunden. Wann Spieler das fertige Diablo 3 für Windows-PC und Mac erwarten können, bleibt, wie bei Blizzard üblich, unklar. Anhand der Demo wirkt der angepeilte Erscheinungstermin im kommenden Jahr aber durchaus realistisch.
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