Abo
  • Services:

Cyberwar gegen Georgien war exemplarisch für kommende Kriege

Zivile Hacker mit Kontakten zur Armee und zum organisierten Verbrechen

Zivile Hacker mit Kontakten zur Armee und zur organisierten Kriminalität waren für den russischen Cyberwar gegen Georgien im vergangenen Jahr verantwortlich. Das ist das Ergebnis einer Studie, deren Autor sagt, dass solche Cyberangriffe künftig viele Konflikte begleiten werden.

Artikel veröffentlicht am ,

Als im Sommer 2008 russische und georgische Truppen um die abtrünnige georgische Provinz Südossetien kämpften, legten Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) die Server der Regierung Georgiens lahm, Webseiten wurden gehackt und verändert. Für die Regierung von Präsident Michail Saakaschwili war klar, dass nur Russland hinter den Cyberangriffen stecken könne. Die russische Regierung hingegen bestritt jegliche Beteiligung daran.

Zivile Angreifer

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Meckenheim
  2. ThoughtWorks Deutschland GmbH, Berlin

Ein jetzt veröffentlichter Bericht der US Cyber Consequences Unit (US-CCU) macht zivile russische Hacker für die Cyberattacken verantwortlich. "Die Angreifer und ihre Aktionen sind allem Anschien nach zivilen Ursprungs", resümiert US-CCU-Sicherheitsexperte John Bumgarner. Die meisten seien Russen gewesen. Mit der Zeit seien auch Sympathisanten aus anderen Ländern wie etwa aus der Ukraine und Lettland hinzugekommen. Zusammengefunden hätten sie sich über soziale Netze. Eine direkte Beteiligung des Militärs und der Regierung schließt Bumgarner praktisch aus, auch wenn es theoretisch möglich sei, dass das Militär die Angriffe durchgeführt und sie dann verschleiert habe.

Ganz unbeteiligt war das Militär offensichtlich jedoch nicht: Die Angreifer hätten sehr genaue Kenntnisse über den Zeitplan der russischen Militäraktionen gehabt und ihre Angriffe entsprechend abgestimmt. Außerdem müssen die Angreifer die Seiten bereits im Vorfeld ausgekundschaftet und die Skripte für die Angriffe vorbereitet haben, da sie sofort "diese Art von Paketen, die am besten dazu geeignet sind, eine Website lahmzulegen", verschickt hätten. Bumgarner geht deshalb davon aus, dass die Hacker Kontakte zum Militär hatten und von dort Hinweise auf bevorstehende Operationen bekamen.

Unterstützung durch Mafia

Unterstützung bekamen die Hacker zudem vom organisierten Verbrechen. So seien die DDoS-Angriffe von Webservern kontrolliert und koordiniert worden, die auch von kriminellen Vereinigungen benutzt und über die gleichzeitig Onlinestraftaten begangen wurden. Die Seitenaufrufe kamen von einschlägig bekannten Botnetzen. Die Kriminellen hätten sich auch wenig Mühe gegeben, ihre Beteiligung zu verschleiern. Im Gegenteil erschien es Bumgarner, als hätten sie explizit damit in Verbindung gebracht werden wollen.

Nachdem die Hacker in einer ersten Welle eine Reihe von Websites angegriffen hatten, veröffentlichten sie verschiedene Listen mit möglichen Zielen für Cyberangriffe sowie die dafür nötigen Programme inklusive Anleitungen. Damit seien auch Nutzer mit beschränkten Computerkenntnissen in der Lage gewesen, Angriffe auf georgische Webseiten durchzuführen.

Krieg der Zukunft

Glaubt man Bumgarner, ist der russisch-georgische Cyberkrieg exemplarisch für künftige Auseinandersetzungen. "Solche Cyberangriffe werden künftig sicherlich die meisten Konflikte begleiten, wenn diese eskalieren. Das macht einige Einzelheiten an der Art und Weise, wie die Angriffe gegen Georgien ausgeführt wurden, so interessant", schrieb Bumgarner in einer Mail an Golem.de. "Russland wird mit kleinen Änderungen wohl wieder nach dem gleichen Drehbuch vorgehen. Andere Länder wie etwa China werden ihre Methoden wahrscheinlich entsprechend anpassen."

Die US-CCU ist eine unabhängige Forschungseinrichtung in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina, die sich mit Cyberwar beschäftigt. Die Daten, die der Studien zugrunde liegen, hat die US-CCU nach eigenen Angaben zum Teil während der Attacken selbst gesammelt, zum Teil danach von Hostern und Beteiligten bekommen. Die Studie, die rund 100 Seiten umfasst, ist US-Regierungsmitarbeitern und Cybersecurity-Experten vorbehalten. Golem.de liegt eine neun Seiten lange Zusammenfassung vor.



Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 23,99€
  2. ab 899,00€ (jetzt vorbestellbar!)
  3. (aktuell u. a.Intenso 128 GB microSDXC 10,99€, Verbatim 128 GB USB-Stick 12,99€)
  4. (-80%) 1,99€

vlad tepesch 20. Aug 2009

Was für einen Strategischen Nutzen hat das ausfallen, der Regierungswebsite? außer, dass...

Multikern 20. Aug 2009

Du bist Russe, oder? Es mag sein, dass gerade die US-Regierung versucht in dieser Weise...

DekWizArt 20. Aug 2009

noscript? adblock+? javascript abstellen? ;)

DerAlte 20. Aug 2009

Ich nicht.


Folgen Sie uns
       


Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019)

Die Projektoren von Bosch erlauben es, das projizierte Bild als Touch-Oberfläche zu verwenden. Das ergibt einige interessante Anwendungsmöglichkeiten.

Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019) Video aufrufen
Honor Magic 2 im Test: Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben
Honor Magic 2 im Test
Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben

Ein Smartphone, dessen vordere Seite vollständig vom Display ausgefüllt wird: Diesem Ideal kommt Honor mit dem Magic 2 schon ziemlich nahe. Nicht mit Magie, sondern mit Hilfe eines Slider-Mechanismus. Honor verschenkt beim Magic 2 aber viel Potenzial, wie der Test zeigt.
Ein Test von Tobias Czullay

  1. Honor Neues Magic 2 mit Slider und ohne Notch vorgestellt
  2. Huawei Neues Honor 8X kostet 250 Euro
  3. Honor 10 vs. Oneplus 6 Oberklasse ab 400 Euro

Honor View 20 im Test: Schluss mit der Wiederverwertung
Honor View 20 im Test
Schluss mit der Wiederverwertung

Mit dem View 20 weicht Huawei mit seiner Tochterfirma Honor vom bisherigen Konzept ab, altgediente Komponenten einfach neu zu verpacken: Das Smartphone hat nicht nur erstmals eine Frontkamera im Display, sondern auch eine hervorragende neue Hauptkamera, wie unser Test zeigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huawei Honor View 20 mit 48-Megapixel-Kamera kostet ab 570 Euro
  2. Huawei Honor 10 Lite mit kleiner Notch kostet 250 Euro
  3. Huawei Honor View 20 hat die Frontkamera im Display

Emotionen erkennen: Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
Emotionen erkennen
Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn

Wer lächelt, ist froh - zumindest in der Interpretation eines Computers. Die gängigen Systeme zur Emotionserkennung interpretieren den Gesichtsausdruck als internes Gefühl. Die interne Gefühlswelt ist jedoch sehr viel komplexer. Ein Projekt des DFKI entwickelt ein System, das Gefühle besser erkennen soll.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Ökostrom Wie Norddeutschland die Energiewende vormacht
  2. Magnetfeld Wenn der Nordpol wandern geht
  3. Computational Periscopy Forscher sehen mit einfacher Digitalkamera um die Ecke

    •  /