Peter Molyneux stellt Fable 3 mit Theater und Trailer vor
"Wir wollen, dass der Spieler das Gefühl von Macht genießen kann", sagte Peter Molyneux, als er Fable 3 auf der Gamecom 2009 in Köln präsentierte. In der Handlung von Fable 1 war die Hauptfigur bewusst ein Held unter vielen, in Fable 2 dann schon etwas Besonderes. In Teil 3 der Saga steht sie an der Spitze des Königreichs Albion. Über die Handlung verriet Molyneux nicht allzu viel – aber darüber, wie sie entstand: Nachdem das erste Konzept fertig war, wurde die Handlung nach seinen Angaben wochenlang unter Aufsicht eines Theaterregisseurs mit Schauspielern Szene für Szene nachgestellt.
Das geschah ohne Kostüme oder Kulissen, aber mit Kameras, die bereits die geplante Spieleperspektive aufzeichneten. Molyneux zeigte ein Video mit Ausschnitten von diesen Proben, bei denen die Dialoge fortwährend umgeschrieben und dramatisiert, Szenen vollständig umgeändert und Schnitte eingefügt wurden. Er begeisterte sich für diese Art zu arbeiten, die bei Spieleproduktionen sonst nicht üblich ist.
Typisch für ein Molyneux-Spiel sind die geplanten Möglichkeiten der Hauptfigur: Spieler entscheiden selbst, ob sie tyrannisch oder gütig agieren, ihre Welt ausbeuten oder beglücken und selbst arm oder reich sind. Sie können als König oder Königin antreten, eine Familie gründen und Nachwuchs aufziehen. Dabei ist der Spieler selbst ein Kind des Helden aus Fable 2, der in der ersten Hälfte der Handlung einen tyrannischen Herrscher im Zuge einer Revolution ablösen muss.
Die Handlung spielt rund 50 Jahre nach dem Ende des letzten Fable, die Welt ist in eine frühe Phase der Industrialisierung eingetreten, es gibt deshalb auch mehr Armenviertel mit Gewalt und Kriminalität; in einer bei der Präsentation gezeigten Konzeptstudie erinnerte das an Szenen aus Oliver Twist.
Als Herrscher kann der Spieler ganze Regionen in der Welt entweder ins Verderben stürzen oder zu Glanz und Gloria führen. Wie das genau geschieht, deutete Molyneux nur an. Er verglich die Rolle des Spielers mit Captain Kirk von der Enterprise: Der hat zwar auch so etwas wie absolute Macht, steht aber trotzdem auch mal mit dem Phaser in der Hand an vorderster Front auf fremden Planeten und erlebt Abenteuer.
Außerdem stellte Molyneux sogenannte "Judgements" als wesentliches neues Gameplay-Element vor – ohne in die Tiefe zu gehen: Dann sei der Spieler in seinem Thronsaal und richte über Untergebene. Beispielsweise komme es zu einer Verhandlung über ein Verbrechen und der Spieler könne die angeklagte Diebin einfach verurteilen oder der Sache auf den Grund gehen. Wesentlich erweitert werden sollen auch die Möglichkeiten, in Kontakt mit anderen Figuren in der Spielewelt zu treten.
Nach Auskunft von Peter Molyneux erscheint Fable 3 irgendwann 2010 – die zweite Jahreshälfte ist wahrscheinlicher als die erste. Das Spiel entsteht bei Lionhead in England und erscheint nur für die Xbox 360.
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