Französische Nationalbibliothek kapituliert vor Google
Die französische Nationalbibliothek (Bibliothèque nationale de France, BNF) steht in Verhandlungen mit Google über die Digitalisierung ihrer Bestände. Das meldet die französische Zeitung La Tribune(öffnet im neuen Fenster) . Eine bemerkenswerte Kehrtwende, denn die BNF hatte seit 2005 eine Hauptrolle im Kampf gegen Google Books gespielt und war maßgeblich an der Gründung eines europäischen Gegenprojektes, der Europeana , beteiligt. Diese europäische Onlinebibliothek ist nach einem Fehlstart zwar seit Ende 2008 im Netz, aber keine ernstzunehmende Konkurrenz für Google Books.
Rein finanzielle Gründe
Jean-Noël Jeanneney, ehemaliger BNF-Präsident und Initiator der Europeana, hatte seinerzeit argumentiert, durch Google Books drohe ein Ausverkauf französischer und europäischer Kultur an den angelsächsischen Konzern. Dass die BNF ihren Widerstand nun aufgegeben habe und eine Kooperation mit Google anstrebe, habe "rein finanzielle" Gründe, sagte Denis Bruckmann, der für die Sammlungen der BNF zuständig ist, der britischen Tageszeitung Times Online(öffnet im neuen Fenster) . "Wir werden unser eigenes Digitalisierungsprogramm weiterführen, aber wenn Google uns hilft, das schneller und weitgehender zu tun, warum nicht?"
Google digitalisiert die Bücher kostenlos und stellt diejenigen, deren Urheberrechtsschutz abgelaufen ist, kostenlos online zur Verfügung. Das Unternehmen kooperiert dabei mit 29 wichtigen Bibliotheken, darunter die Bayerische Staatsbibliothek und die Bodleian Library in Oxford. Offenbar laufen ähnliche Verhandlungen wie mit der BNF auch mit der spanischen Nationalbibliothek – darauf lässt ein Eintrag im Google Books Blog(öffnet im neuen Fenster) von gestern schließen.
Laut Tribune hat Google aber Pläne, den Zugang zu bestimmten Werken künftig kostenpflichtig zu machen. Das Abkommen mit der BNF könnte es deren Nutzern ermöglichen, weiterhin kostenlos auf alle von Google digitalisierten Bücher zuzugreifen.
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