Least Cost Router für Internettraffic

Internetunternehmen sollen Stromkosten durch Smart Routing senken

Rechenzentren verbrauchen sehr viel Strom und kosten damit viel Geld. Wissenschaftler in den USA haben eine Möglichkeit ersonnen, wie sich die Betriebskosten senken lassen: Eine Software soll den Internettraffic in die Rechenzentren leiten, an deren Standort der Strom gerade günstig ist.

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Mit einem Algorithmus, der Internettraffic in Rechenzentren an Standorten mit günstigeren Stromtarifen umleitet, könnten große Unternehmen wie Google oder Amazon viel Geld sparen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Cutting the Electric Bill for Internet-Scale Systems", die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Carnegie Mellon Universität zusammen mit dem Content-Delivery-Network-Anbieter Akamai durchgeführt haben. Durch den Einsatz eines solchen Programms sollen sich die Stromkosten um mindestens zwei Prozent senken lassen. Im Idealfall soll ein Unternehmen sogar bis zu 40 Prozent einsparen können.

Transportkosten und Strompreise

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Wie ein Least Cost Router, der Internet- oder Telefontarife überwacht und dem Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt den günstigsten heraussucht, soll der Algorithmus Stromtarife an den Standorten der Rechenzentren überwachen und den Traffic entsprechend dirigieren. Dabei soll er jedoch nicht nur die Stromtarife allein berücksichtigen, sondern auch die Entfernung mit einbeziehen. Er wägt also die Kosten für den Transport von Daten gegen die günstigeren Stromtarife ab.

Asfandyar Qureshi, Doktorand am MIT und Hauptautor der Studie, hatte seine Idee zu einem Smart Routing bereits im Herbst letzten Jahres vorgestellt. Für die aktuelle Studie haben er und seine Kollegen die Stromtarife in 29 Großstädten in den USA der letzten drei Jahre sowie Routingdaten von Akamai ausgewertet.

Starke Schwankungen in kurzen Zeiträumen

Die Strompreise sind überaus volatil. Sie schwanken abhängig von der Jahreszeit, dem Ölpreis und der Nachfrage - und zwar sehr stark und innerhalb kurzer Zeiträume. Feste Voraussagen ließen sich kaum treffen, stellten die Autoren bei ihren Recherchen fest. Es habe ihn sehr überrascht, dass kein Standort immer der günstigste gewesen sei, sagte Bruce Maggs, Bereichsleiter für Forschung bei Akamai und einer der Autoren, dem MIT-Magazin Technology Review.

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Gerade das Cloud Computing, wo Anwendungen nicht mehr auf dem Computer des Nutzers, sondern auf den Servern von externen Anbietern laufen, hat den Stromverbrauch der Rechenzentren in die Höhe getrieben. Die Autoren der Studie schätzen, dass Unternehmen wie Google oder Microsoft jährlich deutlich über 30 Millionen US-Dollar für Strom ausgeben.

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