Milde Urteile gegen Internetbetrüger

Betreiber der Betrugsseite Fabrik-Einkauf.com kommen mit Bewährungsstrafen davon

Weil sie rund 130.000 Euro erschwindelt hatten, hat das Göttinger Landgericht drei Studenten wegen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt. Die Täter hatten mit viel technischem Sachverstand eine großangelegte Abzockseite aufgesetzt und so knapp 1.000 Internetnutzer betrogen.

Artikel veröffentlicht am ,

Das Landgericht Göttingen hat am 17. August 2009 drei Jurastudenten im Alter von 25 und 26 Jahren aus Göttingen und Hamburg wegen vollendeten gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt. Die drei Verurteilten hatten über ihre Website Fabrik-Einkauf.com knapp 1.000 Nutzer um rund 130.000 Euro geprellt. Die beiden 26-jährigen Haupttäter erhielten Haftstrafen von 15 und 18 Monaten, die beide zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der dritte Angeklagte wurde wegen Beihilfe zu einer sechsmonatigen Haftstrafe ebenfalls auf Bewährung verurteilt.

Technische Raffinesse

Stellenmarkt
  1. SAP PP/QM Senior Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Freiburg im Breisgau, Weil am Rhein
  2. SAP BW Data Engineer (m/w/d)
    Stiegelmeyer GmbH & Co. KG, Herford
Detailsuche

Die Taten seien technisch sehr raffiniert durchgeführt worden, sagte ein Sprecher des Göttinger Landgerichts Golem.de. Die Studenten hatten sich zunächst über ein fingiertes Gewinnspiel Adressdaten von mehreren 100.000 Nutzern verschafft. Dann verschickten sie an die Nutzer E-Mails, in denen sie diese mit der Aussicht auf Schnäppchen auf eine Website lockten. Diese Seite stellte lediglich eine Sprungbrettseite dar, die die Nutzer auf eine zweite Seite mit einer Eingabemaske für Adressdaten verwies.

Was die Nutzer jedoch nicht wussten: Die Links auf die Anmeldeseite waren bereits personalisiert. Beim Aufruf der Eingabemaske wurden die Adressdaten für die Nutzer unsichtbar aus der von den Tätern angelegten Datenbank übertragen. Auch wenn sie keine persönlichen Angaben machten, waren die Nutzer damit bei dem Angebot angemeldet. Für die Anmeldung verlangten die Studenten 86 Euro. Ein Hinweis auf die Anmeldegebühr war ganz klein am Fuß der Sprungbrettseite versteckt und erst nach Scrollen sichtbar.

Rund 27.000 Rechnungen

Die Studenten verschickten Rechnungen an rund 27.000 Nutzer. Zahlten diese nicht, drohten sie mit Mahnung. Rund 1.000 der Angeschriebenen zahlten insgesamt rund 130.000 Euro an die drei Studenten.

Golem Karrierewelt
  1. Data Engineering mit Python und Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    18./19.01.2023, Virtuell
  2. Airtable Grundlagen: virtueller Ein-Tages-Workshop
    09.12.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Täter verschleierten den Vorgang, indem sie die Sprungbrettseiten nach kurzer Zeit vom Netz nahmen. Sprungbrettseite und Anmeldeseite waren zudem auf verschiedenen Servern abgelegt, so dass die Sprungbrettseiten auch bei der Beschlagnahme der Server nicht nachvollziehbar gewesen waren, so der Sprecher. Das dafür nötige Wissen gehe "weit über das durchschnittliche Computer-Know-how" hinaus.

Dass die drei Angeklagten relativ glimpflich davonkamen, führte der Sprecher darauf zurück, dass sie geständig und nicht einschlägig vorbestraft waren. Durch ihre Geständnisse habe das Verfahren deutlich vereinfacht werden können.

Ein schriftliches Urteil in diesem Fall liegt noch nicht vor.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Buddha auf Urlaub 05. Dez 2009

Vielen Dank für diesen Beitrag, da der Sender zur Schönheit dieses Tages einen zwar...

Orwell1984 19. Aug 2009

Für Massensendungen gibts schon mal alleine einfach so 26% Rabatt und wenn man noch ein...

Nolan ra Sinjaria 19. Aug 2009

Fand die Verhandlung in Bielefeld statt?

moroon 19. Aug 2009

gGeht das Computer-Know-how der Richter über das Computer-Know-how deutscher Politiker...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloudgaming-Dienst
Google schließt Stadia

Google steigt aus dem Cloud-Gaming-Geschäft aus und stellt seinen Dienst Stadia ein. Kunden erhalten ihr Geld zurück.

Cloudgaming-Dienst: Google schließt Stadia
Artikel
  1. Axel-Springer-Chef: Döpfner schlug Musk den Kauf von Twitter vor
    Axel-Springer-Chef
    Döpfner schlug Musk den Kauf von Twitter vor

    "Das wird lustig": Wenige Tage vor seinem Einstieg bei Twitter erhielt Elon Musk eine interessante Nachricht von Axel-Springer-Chef Döpfner.

  2. Flexpoint, Bfloat16, TensorFloat32, FP8: Dank KI zu neuen Gleitkommazahlen
    Flexpoint, Bfloat16, TensorFloat32, FP8
    Dank KI zu neuen Gleitkommazahlen

    Die Dominanz der KI-Forschung bringt die Gleitkommazahlen erstmals seit Jahrzehnten wieder durcheinander. Darauf muss auch die Hardware-Industrie reagieren.
    Von Sebastian Grüner

  3. Probefahrt mit EQS SUV: Geländegängiger Luxus auf vier Rädern
    Probefahrt mit EQS SUV
    Geländegängiger Luxus auf vier Rädern

    Nach einer Testrunde in Colorado versteht man, was Mercedes beim EQS SUV mit Top-End Luxury meint.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • CyberWeek nur noch heute • Xbox Series S + FIFA 23 259€ • MindStar (Mega Fastro SSD 1TB 69€, KF DDR5-6000 32GB Kit 229€) • PCGH-Ratgeber-PC 3000€ Radeon Edition 2.500€ • Alternate (Be Quiet Tower-Gehäuse 89,90€) • PS5-Controller GoW Ragnarök Limited Edition vorbestellbar [Werbung]
    •  /