Sony muss aus Geldmangel OLED-TV verschieben

Sony muss aus Geldmangel den angekündigten Start eines größeren OLED-Fernsehers verschieben. Das erfuhr das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) aus informierten Kreisen. Bisher hat der japanische Elektronikkonzern nur einen OLED-Fernseher, den XEL-1, auf den Markt gebracht. Bei einer Diagonale von 11 Zoll beeindruckte das Gerät mit einem Display von nur 3 Millimeter Stärke. Für rund 3.100 Euro ist der XEL-1 jedoch hierzulande extrem teuer. Angaben dazu, wie viele XEL-1 bisher verkauft wurden, macht Sony nicht. Sony habe "viel Lob" für seinen OLED-TV bekommen, aber "dann nichts verkauft" , hatte Sony-Chef Howard Stringer in einem Interview gesagt.
Im Mai 2008 hatte Stringer angekündigt, in zwölf Monaten einen 27-Zoll-OLED-Fernseher vorstellen zu können. Doch nun fürchtet er, ein Start der Massenproduktion der selbstleuchtenden Displays würde die Verluste der TV-Gerätesparte weiter erhöhen. Ein neuer Sony-OLED-Fernseher sei frühestens 2010 zu erwarten, so die Zeitung. Seit fast sechs Jahren schreibt die Sparte Verluste. Im letzten Finanzjahr verlor der Bereich umgerechnet 945 Millionen Euro. Mit Fernsehern macht Sony 16,5 Prozent des Konzernumsatzes.
Im Februar 2008 hatte Sony erklärt, bis zum Frühjahr 2010 insgesamt umgerechnet rund 138 Millionen Euro in ein OLED-Werk im japanischen Ort Higashiura zu investieren. Die Marktforscher von DisplaySearch gehen davon aus, dass der Produktionsertrag für OLED-Panels unter 60 Prozent liegt.
Konkurrenten wie LG Electronics und Samsung Electronics haben ebenfalls OLED-Fernseher angekündigt. Auch Panasonic beschäftigt sich mit deren Entwicklung.