Die Spieleentwicklung hinkt der CPU-Entwicklung hinterher

Optimierung für verschiedene Architekturen wird immer wichtiger

Intel warnt PC-Spieleentwickler davor, die rasante Entwicklung der Prozessorarchitekturen zu unterschätzen. Wenn Spiele davon profitieren sollen, müssen sie die verschiedenen CPU-Topologien berücksichtigen - aktuelle und in naher Zukunft erscheinende.

Artikel veröffentlicht am ,

Intels Softwareingenieur Leigh Davies hat anlässlich der GDC Europe 2009 in Köln einen Vortrag vor Spieleentwicklern gehalten. Er betonte, dass größere PC-Spiele teils über drei Jahren entwickelt werden, während Intel jedes Jahr neue CPUs vorstelle - in den geraden Jahren neue Architekturen, in den ungeraden Jahren die Die-Shrinks.

Schon seit 2005 wird Code nicht mehr einfach schneller, wenn eine neue Hardware kommt, so dass sich Designentscheidungen schnell negativ auswirken können. Deswegen sei es wichtig, bei der Entwicklung nicht nur die aktuelle Hardware zu berücksichtigen, sondern auch die der nahen Zukunft. Kommende Technik früh einbeziehen, das ist Davies Forderung.

Spiele sollten CPU-Aufbau berücksichtigen

Multicore-Optimierungen werden immer relevanter, erfordern es aber auch, den Aufbau der verschiedenen CPUs zu berücksichtigen und beispielsweise Cache-Größen im Auge zu behalten, insbesondere wenn sich mehrere Kerne einen Cache teilen. Davies hält es deshalb für wichtig, dass Anwendungen erkennen, auf was für einer CPU sie laufen und wie sie diese optimal ausnutzen können.

Wünschenswert seien verschiedene Code-Pfade, die dann optimal auf die Architekturen angepasst sind. Die Zeit der Optimierung nur auf Dual-Core-CPUs ist für Davies längst vorbei - mit dem Core i7 wurden vier Kerne (Quad Core) zum Standard, für die Zukunft sind Desktop-CPUs mit weiteren Kernen und ebenfalls zusätzlichem Hyperthreading zu erwarten. Damit spielt Davies auf den Gulftown an, der Mitte 2010 mit 6 Kernen kommt und 12 Threads zeitgleich verarbeiten kann.

Als Beispiel für eine fehlgeschlagene Optimierung nannte Davies ein Spiel, das auf Core 2 Duo optimiert war - wobei die Entwickler versucht haben vorherzusagen, in welchen der beiden Kerne die Threads laufen, eventuell Hintergrundtasks auf bestimmte Kerne zu schieben und damit etwas mehr Leistung herauszukitzeln.

Thread Assumptions können jedoch "grausam grausam schiefgehen", so Davies. Für den zeitweiligen Zugewinn an Leistung müsse mit jahrelangen Kopfschmerzen gerechnet werden. In diesem Fall wurde das Spiel auf späteren CPUs nahezu unspielbar - die Ladezeit wuchs von ein paar Sekunden auf über 40 Minuten. Es sei ein Fehler, eine bestimmte CPU vorauszusetzen und nur für diese zu optimieren. Ebenso sollte CPUID richtig genutzt werden, damit die Ermittlung der Kerne, Cachegröße und weiterer Angaben nicht schiefgeht.

Unterstützung für Entwickler

Die nötigen Compiler und Entwicklertools zur Optimierung für verschiedene Architekturen sowie die zu berücksichtigenden Prozessorspezifikationen und Infos zur korrekten Ermittlung von CPUs bietet Intel auf seiner Website an.

Um den eigenen Code ständig zu überprüfen, empfiehlt Davies reguläre, wiederhol- und damit vergleichbare Tests auf verschiedenen PCs, entweder mit eigenen Demonstrations- oder Benchmark-Modi.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


gpgpu 10. Jun 2010

opencl läuft nicht auf spielekonsolen und kann auch nicht laufen da die gpus es nicht...

IhrName9999 20. Aug 2009

Wieso sollte man "parallelisieren" müssen wenn man sequentiell programmiert und n bis m...

gix 19. Aug 2009

Erst scheiterte das Versprechen und der Vorteil der "10 GHz" Singelcore an der Physik und...

X99 18. Aug 2009

Es würde doch schon damit anfangen, dass unter 32 Bit Systemen moderne Spiele nicht mehr...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /