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Fujitsus "0-Watt-PC" ist lieferbar

Microtower und SFF-PC schalten sich beim Herunterfahren vollständig ab. Die beiden bereits zur Cebit 2009 angekündigten Desktop-PCs "Esprimo E7935 0-Watt" und "Esprimo P7935 0-Watt" von Fujitsu werden laut Angaben des Unternehmens ab sofort ausgeliefert. Dank einer neu konstruierten Stromversorgung sollen sie nach dem Herunterfahren keinerlei Leistung mehr aufnehmen.
/ Nico Ernst
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Gewöhnliche PCs mit einem ATX-Netzteil ziehen in der Regel einige Watt aus der Steckdose, auch wenn sie über die Funktion "Ausschalten" von Windows heruntergefahren wurden. Das gilt sowohl für dieses Ausschalten als auch den Ruhezustand, da das Netzteil Teile des Mainboards ständig mit Strom versorgt – es sei denn, der Rechner wurde galvanisch vom Stromnetz getrennt, beispielsweise durch einen Schalter am Netzteil selbst oder durch eine Steckdosenleiste mit Schalter.

Folgerichtig heißt dieser Modus auch "Soft-Off", oder "ACPI S5". Der Komfort für den Anwender beschränkt sich dabei meist darauf, dass der Rechner über einen Taster an der Front des Gehäuses eingeschaltet werden kann, manche Mainboards versorgen auch die Tastatur mit Strom, so dass der PC auch darüber startbar ist. Das geht jedoch weiter zulasten der Leistungsaufnahme.

Je nach Güte des Netzteils und der Schaltung auf dem Mainboard kann der Leistungsaufwand bei Soft-Off bei unter einem oder auch mehreren Watt liegen. Vor allem in Unternehmen mit hunderten oder tausenden PCs ist das ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Die beiden Modelle "Esprimo E7935 0-Watt" und "Esprimo P7935 0-Watt" sollen jedoch auch nach Soft-Off tatsächlich keinerlei Leistung aufnehmen.

Wie Fujitsu Netzteil und Schalter gestaltet hat, verriet das Unternehmen auch auf Nachfrage nicht und verwies nur auf eine laufende Patentanmeldung. Die Pufferung der Zustände soll über die übliche Batterie des Mainboards erfolgen, einen eigenen Akku gibt es nicht. Die Mainboardbatterie soll dabei nur eine unwesentliche Verkürzung der Lebenszeit erfahren. Die modernen Lithium-Zellen werden von anderen Mainboardherstellern mit einer typischen Lebensdauer um fünf Jahre angegeben. Ist die Batterie leer, können die Fujitsu-Rechner über einen Schalter an der Rückseite eingeschaltet werden.

Wartungsarbeiten aus der Ferne per Wake-on-LAN sind im 0-Watt-Modus nicht möglich, obwohl die Rechner Intels vPro unterstützen. Dafür kann der Administrator aber ein Zeitfenster definieren, in dem der PC sich selbst einschaltet. Er wechselt dann sofort nach dem Starten, unabhängig von den Einstellungen des Betriebssystems, in den Ruhezustand (ACPI S5), von wo aus er über das Netzwerk aufgeweckt werden kann.

Wann der PC aufwacht, kann im BIOS eingestellt werden, was auch aus der Ferne mit der Software "DeskView" klappt. Das Besondere daran: Tritt das Herunterfahren oder der Ruhezustand außerhalb des Zeitfensters ein, tritt wieder der 0-Watt-Modus in Kraft.

Auch im Betrieb sollen die Rechner bei unbelastetem System dank eines Netzteils mit bis zu 89 Prozent Effizienz recht sparsam sein. Fujitsu gibt für eine Konfiguration des E7935 0-Watt mit einem Core 2 Duo E8600 (3,33 GHz), 2 GByte RAM und einer 500-GByte-Festplatte eine Leistungsaufnahme von 32 Watt im Idle-Modus an. Im Stand-by-Modus (ACPI S3) sollen es 1,6 Watt sein.

Auch den Monitor können die 0-Watt-Rechner komplett stromlos schalten. Dafür gibt es, wie früher an Netzteilen schon üblich, eine Kaltgerätebuchse am Netzteil. Da sich dieser Spannungswandler vollständig abschaltet, gilt das auch für diese Buchse beziehungsweise den daran angeschlossenen Monitor.

Laut Fujitsu sind die Rechner ab sofort im Fachhandel und im eigenen Onlineshop(öffnet im neuen Fenster) in verschiedenen Konfigurationen verfügbar. Der "Esprimo P7935 0-Watt" im Micro-Tower-Gehäuse kostet mit einem Core 2 Duo E8600 (3,16 GHz), 2 GByte RAM und einer 160-GByte-Festplatte ab 679 Euro, ein Preis für das Small-Form-Factor-Gerät Esprimo "E7935 0-Watt" ist noch nicht bekannt. Für beide Modelle gibt es neben der Onboard-Grafik des Q45-Chipsatzes von Intel auch optional gesteckte Grafikkarten mit halber Bauhöhe, als schnellste Modelle stehen eine Geforce 9500GS oder eine Quadro NVS 290 zur Verfügung.


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