Fotos ohne HDR mehr Blendenumfang spendieren
Die Blenden-Erweiterungsfunktion ist allerdings nicht in der Kamera selbst zu finden, sondern erst mit einer Bildbearbeitung möglich. Die künstliche Ausweitung des Blendenumfangs funktioniert mit einer Belichtungsreihe(öffnet im neuen Fenster), bei der die Kamera von ein und demselben Motiv mehrere Aufnahmen mit variierender Belichtungszeit macht.
Mit einer Software werden diese Einzelbilder kombiniert. Im Ergebnis sind kaum noch über- oder unterbelichtete Bildbereiche vorhanden und der Blendenumfang wurde scheinbar erhöht.
Ein kostenloses Windows-Programm, mit dem die "Dynamic Range Increase(öffnet im neuen Fenster)" (kurz DRI) durchgeführt werden kann, ist das Traumflieger DRI Tool 2.0. Es verarbeitet JPEGs, PNGs, BMPs und TIFFs (8 bis 16 Bit Farbtiefe pro Kanal) als Ausgangsmaterial. Rohdateien können nicht direkt eingelesen werden, sondern müssen zunächst in eines der unterstützten Formate umgewandelt werden.
Die Arbeit mit dem Werkzeug ist denkbar einfach. Nachdem die Bilder einer Belichtungsreihe eingelesen wurden, muss nur noch auf "erstellen" gedrückt werden. Das Endresultat steht selbst bei großen Ausgangsbildern nach kurzer Zeit zur Verfügung. Eine deutschsprachige Hilfe direkt im Programm fehlt. Die einzigen Einstellmöglichkeiten bestehen aus zwei Schiebereglern, mit denen dunkle Bildstellen und Lichter aufgehellt werden können.
Die Ergebnisse des Traumflieger DRI Tools 2.0 unterscheiden sich stark von HDR-Programmen (High Dynamic Range)(öffnet im neuen Fenster). Bei der DRI-Methode wird immer mit 8- oder 16-Bit-Bildern gearbeitet. Ein Tonemapping(öffnet im neuen Fenster) (Dynamikkompression) ist daher anders als bei HDR überflüssig. Die Ergebnisse vom Traumflieger-Werkzeug sahen jedoch weit natürlicher aus als HDR-Fotos nach dem Tonemapping, wenngleich auch weniger spektakulär. Bonbonfarben sucht der Fotograf bei DRI vergebens.



