Mambo 2 Sport Edition: GPS-Tracking-Handy für Sportler

Das Gehäuse der Mambo 2 Sport Edition basiert auf der Personal Edition des Anbieters, ist also ebenfalls spritzwassergeschützt und soll auch Stöße aushalten. Beide Modelle besitzen keine Tastatur, sondern nur zwei Knöpfe und einen 5-Wege-Navigator. Der Einsatzzweck ist aber bei der Sport Edition ein komplett anderer. Während es bei der Personal Edition darum geht, andere Menschen bei ihren Wegen zu überwachen, stellt die Sport Edition so etwas wie einen digitalen Trainingsassistenten dar. Der GPS-Empfänger im Gerät sendet die Daten per GPRS an den Miavojo-Dienst, über den die Daten ausgewertet und verwaltet werden.
Nach einer Trainingseinheit kann der Nutzer dann sehen, welche Strecke er in welcher Zeit zurückgelegt hat. Dabei stehen Höhenangaben, Geschwindigkeiten, Zwischenzeiten sowie der Pulswert bereit. Letzteres natürlich nur, wenn ein Pulsmesser verwendet wurde. Über die Miavojo-Seite kann ein Angehöriger aber auch während des Trainings verfolgen, wo sich der Sportler aufhält und welche Strecke er zurückgelegt hat. Dazu müssen dem Angehörigen natürlich die Zugangsdaten zum Miavojo-Dienst bekannt sein. Bis zu fünf Geräte können mit einem Zugang verwaltet werden, so dass mehrere Familienmitglieder ihre Sportaktivitäten über ein zentrales Portal verwalten können.
Die GPS-Aufzeichnung wird am Gerät gestartet und manuell beendet. Allerdings ist die Bedienung des Geräts wenig intuitiv und auch ein Blick in die beiliegende Kurzanleitung hilft kaum weiter. Die einzelnen Strecken werden als Trip abgespeichert und lassen sich später bestimmten Kategorien wie Wandern, Joggen, Radfahren oder auch Autofahrt zuordnen. Damit sollen sich die Aktivitäten im Miavojo-Portal leichter verwalten lassen.
Das Gerät kann auch als Fahrradcomputer genutzt werden und zeigt neben der Geschwindigkeit sowie der zurückgelegten Strecke die aktuellen Höhenangaben. Eine Halterung für das Fahrrad liegt bei und dank Spritzwasserschutz übersteht das Gerät auch eine Fahrt im Regen. Auf der Halterung angebracht lassen sich die Informationen des Geräts beim Radfahren ablesen. Anders sieht es bei anderen Sportaktivitäten aus, bei denen das Gerät am Körper getragen wird. Dem Gerät liegt nicht einmal ein Schultergurt bei, aber auch das würde kaum helfen, weil sich dann die Informationen auf dem Display nicht einsehen lassen.
Als Besonderheit ist die Mambo 2 Sport Edition mit einem speziellen Alarm versehen. Der Alarm ist an einen Bewegungssensor gekoppelt. Wenn das Gerät länger als zwei Minuten überhaupt nicht bewegt wurde, sendet es einen Alarm aus. Wenn dann etwa ein Radfahrer stürzt und sich nicht mehr bewegen kann, würde das Gerät den Notfall melden. In einer entsprechenden SMS ist dann auch ein Google-Maps-Link enthalten, der die letzte aktuelle Position des Sporttreibenden zeigt. Am Gerät kann dieser spezielle Alarmmodus jederzeit ein- und ausgeschaltet werden.
Alternativ kann der Alarm auch durch längeren Druck auf den 5-Wege-Navigator aktiviert werden. Bevor der Alarm tatsächlich ausgelöst wird, gibt es bei beiden Alarmen einen 20-Sekunden-Countdown. Wird dieser unterbrochen, wird die Alarmmeldung nicht abgesetzt. Wenn der Alarm versehentlich ausgelöst wird, kann es für den Gerätebenutzer allerdings peinlich sein, denn der Alarmton ist ziemlich laut und lässt sich nicht verändern. Da das Gerät keine Tastensperre besitzt, kann es durchaus passieren, dass der Alarm ungewollt aktiviert wird.
Bei Verwendung des Brustgurts zur Pulsmessung kann das Gerät den Sportler auch warnen, wenn vorgegebene Pulswerte unter- oder überschritten werden. Ein entsprechender Alarm kann akustisch oder optisch erfolgen. Ferner kann der Nutzer im Miavojo-Portal ein Areal bestimmen, das er eigentlich nicht verlassen will. Geschieht das trotzdem, wird dann ein Alarm an eine bestimmte Person gesendet, sofern dies gewünscht wird. Wie bei den anderen Alarmen auch kann das eine SMS mit den aktuellen Koordinaten auf Google Maps sein.
Neben den GPS-Funktionen stehen einfache Handyfunktionen bereit. Über den Miavojo-Dienst kann das Telefonbuch bestückt werden, um häufig benötigte Kontakte ohne viel Tipparbeit anzurufen. Allerdings sollte das Telefonbuch überschaubar gehalten werden, weil es sonst schnell unübersichtlich wird. Da eine Tastatur nicht vorhanden ist, wird das Finden eines bestimmten Kontakts ansonsten sehr mühselig.
Immerhin können über eine Bildschirmtastatur auch beliebige, nicht im Telefonbuch enthaltene Telefonnummern angerufen werden. Sonderlich komfortabel ist die Auswahl der Rufnummer mit dem 5-Wege-Navigator zwar nicht, allerdings wird diese Möglichkeit eher in Ausnahmefällen benötigt. Außerdem muss der Sportler dann kein weiteres Mobiltelefon dabeihaben und kann notfalls mit der Mambo 2 Sport Edition telefonieren.
Während der Empfang von Kurzmitteilungen ohne Probleme möglich ist, ist der SMS-Versand mit erheblichen Einschränkungen versehen. Denn für SMS-Antworten gibt es lediglich vier Antwortvorlagen, die nur über den Miavojo-Dienst verändert werden können. Diese Antwortvorlagen springen auch ein, wenn es darum geht, auf spezielle Textbotschaften des Dienstes zu antworten. Von Miavojo-Seite lassen sich beliebig lange Textbotschaften versenden, die per GPRS auf dem Gerät landen und deutlich preiswerter als eine SMS sind.
Zum Lieferumfang des Geräts zählt keine SIM-Karte, aber nach Herstellerangaben werden selbst bei täglicher Gerätenutzung maximal 10 MByte an Daten monatlich übertragen. Wer also nur ein paar Mal in der Woche das Gerät einsetzt, kommt mit weniger Datenverkehr aus. Bei einem Datenvolumen von rund 5 MByte wären das bei Prepaid-Tarifen wie Aldi Talk oder Simyo 1,20 Euro Kosten im Monat.
Normalerweise überträgt das Gerät alle 20 Sekunden GPS-Signale per GPRS an den Miavojo-Server. Auf dem Gerät selbst werden die GPS-Standorte alle 5 Sekunden gespeichert. Damit verspricht der Hersteller eine Akkulaufzeit von maximal 12 Stunden. Will der Anwender diese Zeitspanne verlängern, kann der Schlafmodus gewählt werden. Dabei werden die GPS-Positionen nur alle fünf Minuten übermittelt. Wie sich dadurch die Akkulaufzeit verlängert, verriet der Hersteller nicht.
Etwas unpraktisch ist der Anschluss zum Laden des Akkus untergebracht. Der Anschluss verbirgt sich hinter einer Klappe, die Spritzwasser abweisen soll. Allerdings lässt sich die Klappe recht schwer öffnen, was das Aufladen des Akkus zu einer vergleichsweise störenden Angelegenheit macht. Dabei stellt sich die Frage, wie lange der Verschlussmechanismus durchhält, ohne kaputtzugehen. Der Hersteller legt immerhin eine alternative Schutzklappe bei, mit dem der USB-Anschluss frei bleibt. Allerdings gibt es dann keinen zuverlässigen Spritzwasserschutz mehr.
Die Mambo 2 Sport Edition gibt es online zum Preis von 360 Euro, ein Verkauf im regulären Handel ist vorerst nicht geplant. Im Preis enthalten sind ein Pulsgurt, ein Fahrradhalter, ein Netzteil, ein USB-Ladekabel, eine Dockingstation sowie eine Nutzung des Miavojo-Dienstes für zwei Jahre. Nach Ablauf dieser zwei Jahre kann der Dienst für 30 Euro pro Jahr weiter genutzt werden. Mit einem Miavojo-Konto lassen sich bis zu fünf Geräte verwalten.



