Abo
  • Services:

EU soll im Intel-Verfahren geschlampt haben

Keine Notizen über Aussagen von Dell in einsehbaren Unterlagen

Der Bürgerbeauftragte der EU erhebt Vorwürfe gegen die Europäische Kommission wegen Ungereimtheiten im Kartellverfahren gegen Intel. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge soll es über ein wichtiges Interview mit einem Dell-Mitarbeiter keine ordnungsgemäßen Unterlagen geben.

Artikel veröffentlicht am ,

Der Darstellung des Wall Street Journal zufolge hatte sich Intel nach der Verhängung der Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Euro wegen wettbewerbsfeindlichen Verhaltens an den Bürgerbeauftragten der Europäischen Union, Nikiforos Diamandouros, gewandt. Dieser auch "Ombudsmann" genannte Beamte untersucht Beschwerden über Behörden der Europäischen Union.

Stellenmarkt
  1. Paulinenpflege Winnenden, Winnenden
  2. KfW Bankengruppe, Frankfurt am Main

Diamandouros soll darauf einen Bericht erstellt haben, in den die US-Zeitung noch vor Veröffentlichung Einblick nehmen konnte. Darin soll der Bürgerbeauftragte der Kommission "Misswirtschaft" bei der Behandlung eines Treffens zwischen Ermittlern und einem namentlich nicht genannten hochrangingen Angestellten von Dell im August 2006 vorwerfen.

Der Dell-Mitarbeiter soll in dem Gespräch die Leistung von AMD-Prozessoren als "sehr dürftig" beschrieben haben. Über dieses Interview soll es aber keine förmlichen Aufzeichnungen geben, nur eine Aktennotiz, die sechs Tage später erstellt wurde. Zudem ist der Zeitpunkt der angeblichen Aussage auffällig: Intel hatte erst im Juli 2006 die Prozessorserie Core 2 Duo vorgestellt, die den damals aktuellen Athlon X2 von AMD deutlich überlegen war.

Dennoch hatte Dell noch vor dem Marktstart des Core 2 Duo angekündigt, Rechner mit AMD-Prozessoren anbieten zu wollen. Das geschah im Laufe des Jahres 2006 auch zunächst durch Server, die mit Opterons bestückt waren, und später mit Desktop-PCs auf Basis des Athlon X2. Zuvor galt Dell als Paradebeispiel für vermeintliche Exklusivdeals zwischen Intel und PC-Herstellern, weil das Unternehmen jahrelang nur Rechner mit Intel-Prozessoren hergestellt hatte.

Dem Wall Street Journal zufolge war die später nachgereichte Aktennotiz über das Gespräch mit dem Dell-Mitarbeiter kein offizieller Teil der Ermittlungsakten und konnte von Intel daher nicht als Entlastungsmaterial eingesehen werden. Das deckt sich mit den von Intel wiederholt vorgebrachten Beschwerden darüber, dass die Kommission entlastendes Material im Verfahren nicht berücksichtigt habe. Später sollen dem Bericht des Bürgerbeauftragten zufolge EU-Mitarbeiter gegenüber Intel auch behauptet haben, das Treffen mit Dell habe gar nicht stattgefunden.

Derzeit läuft Intels Berufung gegen die Milliardenstrafe beim europäischen Gerichtshof in erster Instanz. Mit einer Entscheidung wird im Jahr 2010 gerechnet, Intel hatte jedoch bereits angekündigt, dass das Unternehmen einen jahrelangen Rechtsstreit erwartet.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei Alternate vorbestellen
  2. 119,90€
  3. ab 399€

saddat 10. Aug 2009

Der Staat darf keine Vorgaben festlegen, wohl aber kann der Anwender frei entscheiden...

saddat 10. Aug 2009

Der Staat darf keine Vorgaben festlegen, wohl aber kann der Anwender frei entscheiden...

nepumuk 10. Aug 2009

Wenn Intel bestimmte Rabatte gewährt hat, wenn "exklusiv" Prozessoren von Intel verkauft...

Der mit dem Blubbb 10. Aug 2009

Das Urteil ist ja noch nicht rechtskräftig!? Vermutlich können die sich jetzt solange...

Ali el Lachi 10. Aug 2009

Der Herb... so wie man ihn kennt und über ihn lacht.


Folgen Sie uns
       


Lenovo Yoga Book C930 mit E-Ink-Display ausprobiert (Ifa 2018)

Ein Convertible mit E-Ink-Display - das Yoga Book C930 ist ein Hingucker, aber wie bedient es sich? Wir haben es ausprobiert.

Lenovo Yoga Book C930 mit E-Ink-Display ausprobiert (Ifa 2018) Video aufrufen
SpaceX: Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen
SpaceX
Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen

Ein japanischer Milliardär ist der mysteriöse erste Kunde von SpaceX, der um den Mond fliegen will. Er will eine Gruppe von Künstlern zu dem Flug einladen. Die Pläne für das Raumschiff stehen kurz vor der Fertigstellung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Mondwettbewerb Niemand gewinnt den Google Lunar X-Prize

Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
Zukunft der Arbeit
Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?
Eine Analyse von Daniel Hautmann

  1. Verbraucherschutzminister Kritik an eingeschränktem Widerspruchsrecht im Online-Handel
  2. Bundesfinanzminister Scholz warnt vor Schnellschüssen bei Digitalsteuer
  3. Sommerzeit EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen

Fifa 19 und PES 2019 im Test: Knapper Punktsieg für EA Sports
Fifa 19 und PES 2019 im Test
Knapper Punktsieg für EA Sports

Es ist eher eine Glaubens- als eine echte Qualitätsfrage: Fifa 19 oder PES 2019? Golem.de zieht anhand der Versionen für Playstation 4 den Vergleich - und kommt zu einem schwierigen, aber eindeutigen Urteil.
Ein Test von Olaf Bleich und Benedikt Plass-Fleßenkämper

  1. Fifa 19 angespielt Präzisionsschüsse, Zweikämpfe und mehr Taktik
  2. EA Sports Fifa 18 bekommt kostenloses WM-Update
  3. Bestseller Fifa 18 schlägt Call of Duty in Europa

    •  /