IBM-Software findet soziale Verbindungen in Mobilfunknetzen
IBM-Forscher haben das Data-Mining-Tool SNAzzy(öffnet im neuen Fenster) entwickelt, das in den Nutzerdaten von Mobilfunkunternehmen spioniert, um Kundengruppen vom Wechsel zu Konkurrenten abzuhalten. Die Software, die soziale Bindungen aufspürt, wurde bei einem der größten Mobilfunkbetreiber der Welt getestet, heißt es in einem Papier des IBM India Research Labs(öffnet im neuen Fenster).
Mobilfunkbetreiber stünden unter "Druck durch Umsatzverluste, fehlerhafte Roamingabrechnungen, Betrug und den Wechsel von Kunden zu Konkurrenten", so die Verfasser der Untersuchung, die unter dem Titel "Soziale Bindungen und ihre Relevanz für den Kundenwechsel in mobilen Telekommunikationsnetzen" erschienen ist. Das Pflegen und Halten bestehender Kundenbeziehungen sei weit kostengünstiger als die Generierung von Neukunden. Vor allem im Prepaidbereich sei die Fluktuation besonders hoch: Bei dem untersuchten Mobilfunkbetreiber liege sie bei 50 bis 70 Prozent, schreibt Forschungsleiter Anupam Joshi.
Grundlage für die Studie waren Kommunikationsdatensätze (Call Data Records, CDRs) mit einem Volumen von 60 GByte vom Monat März 2007 des Mobilfunkkonzerns, mit Informationen der Anrufer über Ausgangspunkt und Zielrufnummer, Uhrzeit des Verbindungsbeginns, Dauer der Verbindung, IMEI des Mobiltelefons und ID der Funkzelle. CDRs werden zur Erstellung der Telefonrechnung aufgezeichnet. In vielen Ländern werden sie zur Überwachung durch Regierungsorganisationen genutzt.
Das Ergebnis der Kundenbeziehungsanalyse: Die Bereitschaft eines Prepaidkunden, seinen Mobilfunkbetreiber zu wechseln, werde "signifikant durch die Anzahl der Freunde beeinflusst, die in den vergangenen Monaten gewechselt sind".
IBM hat die Technologie, die SNAzzy zugrundeliegt, am 30. Juli 2009 zum Patent(öffnet im neuen Fenster) angemeldet.
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