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Crowdsourcing - alle mal mitmachen

Bei Live Music ging es indes weitaus weniger anarchisch zu als bei dem völlig offen angelegten Romanprojekt. Denn der Plot war bereits geschrieben, eine Art Romeo-und-Julia-Geschichte, deren Hauptdarsteller Musikinstrumente sind. Ein Programm, mit dem sich die 3D-Animationen erstellen ließen, gab es auch. Außerdem durfte nicht jeder mitmachen.

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Die Initiatoren luden nur Nutzer von Facebook dazu ein. Und sie teilten den Film in viele kleine Sequenzen. Mehr als 50.000 Menschen aus 101 Ländern registrierten sich auf der Seite, 17.000 luden die Software herunter. Zwei Monate hatten die Teilnehmer Zeit, um eigene Szenen zu entwickeln. Wöchentlich stimmten dann die User über die besten Resultate ab. Die Gewinner bekamen kleine Belohnungen von Landaus Partnerfirmen, einem Chip- und einem Computerhersteller etwa. Schlussendlich wählte aber eine professionelle Jury die besten 51 Teilnehmer. Die Zeichnungen der Auserwählten zusammengenommen ergeben nun den Film. Die Gewinner bekamen 500 Dollar und ihr Name taucht im Abspann auf.

Das Vorgehen könnte Schule machen. Auch die israelische Firma Aniboom und der Fernsehsender Fox kündigten kürzlich an, dass Zeichner ab sofort um die Teilnahme an einem neuen Ferienspecial ringen dürften. Landau sagt, er plant bereits ein ähnliches Projekt - in abendfüllender Länge.

Verdirbt Crowdsourcing die Preise?

Dagmar Gebert ist freie Zeichnerin. Sie hält von diesen Experimenten nichts. Nicht nur, weil das Ergebnis in ihren Augen nicht sonderlich hochwertig anmutet. "Solche Aktionen untergraben nur die Preise und machen die Qualität des Animationsfilms generell kaputt." Das Outsourcing hat die Branche bereits schwer gebeutelt. Trickfilme werden heute überwiegend in Billigländern gezeichnet. "Nur wenn es in bestimmten Bundesländern Fördergelder gibt, lassen diese Firmen Teile dort zeichnen, zu entsprechend niedrigen Preisen." Gebert ärgert zudem, "dass sich zig Leute dafür den Hintern platt sitzen und die Herrschaften dann freie Auswahl haben, was genommen wird und was nicht."

Das Crowdsourcing kommt die Macher in der Tat recht billig. Die 51 Gewinner haben jeweils 500 Dollar für ihre Leistung bekommen, macht 25.500 Dollar sozialabgabenfreie Lohnkosten. In Relation zu den Produktionskosten von insgesamt eine Million Dollar sind das nur Peanuts. "Was ich bestimmt sagen kann ist, dass die Kohle im Trickfilm nicht die Zeichner oder Animatoren bekommen", sagt Gebert. Produzent Landau antwortet darauf lediglich, dass es eben schon immer Leute gegeben hätte, die neuen Technologien kritisch gegenüberstünden.

Doch auch auf Facebook hat sich eine Gegenbewegung gegründet. Anti-Mass-Animation-Mitglied Leigh Hodgkinson aus London fragt sich dort, warum andere Branchen nicht ähnlich vorgehen. Und schlägt vor: "Hey Steuerberater, hier sind alle meine Zahlen für das Jahr. Wie wär's, wenn ihr euch mal dransetzt? Und ich entscheide mich dann, wer den besten Job gemacht hat, und benutze das dann für meine Steuererklärung." [von Tina Klopp, Zeit Online]

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