KDE 4.3 bringt kleine Verbesserungen
KDE 4.0 brachte dem KDE-Projekt einige Kritik ein. Schließlich waren trotz der Versionsnummer nur Entwickler als Zielgruppe gedacht. Auch KDE 4.1 blieb weitgehend für Enthusiasten interessant. KDE 4.2 hingegen konnte dann bereits beeindrucken – ein halbes Jahr später baut KDE 4.3 nun auf dieser Basis auf.
Gegenüber KDE 4.2 hat sich die Optik der Desktopumgebung noch einmal verändert. Das neue Theme "Luft" ist standardmäßig aktiviert und etwas heller als Oxygen. Das Oxygen-Theme ist jedoch weiter dabei und kann ausgewählt werden.
Änderungen bei Plasma
Die Plasmoids genannten Widgets haben Zuwachs bekommen: Neu sind beispielsweise der Bubble Monitor, der bestimmte Systeminformationen überwachen kann, ein Umrechnungswerkzeug und das Social-Desktop-Widget. Das kann andere Linux-Nutzer in der Umgebung anzeigen. Vorausgesetzt, die veröffentlichen ihre Position. Dabei arbeitet der KDE-Dienst mit Opendesktop.org(öffnet im neuen Fenster) zusammen.
Um die eigene Position festzustellen, kommt das neue Geolocation-Backend zum Einsatz. Das nutzt derzeit entweder die IP-Adresse oder einen GPS-Empfänger. In KDE 4.4 soll das System weiter ausgebaut werden und dann unter anderem auch Daten von WLAN-Routern nutzen können.
Zu den weiteren Neuerungen an Plasma gehört die bessere Integration der vom Window-Manager KWin übernommenen Desktopeffekte, so dass Applikationen wie der Kalender nun aus der Startleiste herausgleiten. Der Kalender zeigt jetzt auch nationale Feiertage an. Nach Bundesländern unterscheidet er dabei nicht. Ebenfalls überarbeitet wurde die Benachrichtigung über laufende Kopier- und Downloadvorgänge. Dabei gibt es eine Übersicht, es lassen sich aber auch alle einzelnen Vorgänge anzeigen. Ein Link erlaubt es, eine heruntergeladene Datei direkt über diese Benachrichtigung zu öffnen.
Altbekannte Ansicht in den Systemeinstellungen
In den Systemeinstellungen finden Nutzer wahlweise die schon von KDE 3 bekannte Baumansicht wieder. Ebenfalls neu in den Systemeinstellungen ist ein Werkzeug, um Aktionen zu konfigurieren, die ausgelöst werden, wenn Datenträger eingelegt oder Geräte angeschlossen werden. Außerdem wurde Policykit zur Rechteverwaltung integriert. Damit lässt sich beispielsweise festlegen, dass Anwender lokal vorliegende Paketdateien installieren können, ohne über Root-Rechte zu verfügen.
Der Dokumentenbetrachter unterstützt das Mobipocket-Format und KRunner zum Ausführen von Programmen wurde optisch überarbeitet und zeigt auf Knopfdruck die unterstützte Syntax an. Neben neuen Hintergrundbildern zur Gestaltung des Desktops gibt es neue Levels in den mitgelieferten Spielen und die Entwickler haben das GnuPG-Programm KGpg an das in KDE 4 verwendete Systemtray angepasst.
KDE 4.3 macht deutlich, wie fortgeschritten KDE 4 seit der Veröffentlichung der Version 4.0 vor eineinhalb Jahren ist. Das Update vereint kleine neue Funktionen und Stabilitätsverbesserungen und macht die Arbeit mit KDE damit angenehmer. Das Update lohnt sich damit für alle KDE-Benutzer. OpenSuse 11.2 wird im November 2009 nur noch KDE 4.3 mitliefern und sich endgültig von KDE 3.5.x verabschieden.
Die Geolocation- und Social-Networking-Dienste wollen die KDE-Entwickler nun weiter integrieren. KDE 4.4 ist für Januar 2010 geplant. Bis dahin gibt es wie gewohnt jeden Monat ein Update zur Fehlerkorrektur.
KDE 4.3 steht unter kde.org zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit. Die Screenshots im Artikel stammen aus KDE 4.3-rc2.
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