US-Filmunternehmen wollen Pirate Bay schließen
Mehrere große US-Filmunternehmen, darunter Disney, Universal, Warner und Columbia, wollen den Bittorrent-Tracker Pirate Bay schließen. In einem Schreiben an ein Stockholmer Gericht verlangen die 13 Studios eine entsprechende Verfügung gegen drei der Betreiber und deren Provider, berichtet die schwedische Tageszeitung The Local(öffnet im neuen Fenster) .
Im April 2009 hatte ein Stockholmer Gericht die vier Betreiber Carl Lundström, Fredrik Neij, Peter Sunde und Gottfrid Svartholm Warg wegen Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung zu Gefängnisstrafen von einem Jahr und zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von 30 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet knapp 2,8 Millionen Euro, verurteilt . Der Dienst ist jedoch weiterhin nutzbar.
Online trotz Urteil
Sie verstehe nicht, weshalb der Torrent-Tracker weiterhin online sei, sagte Monique Wadsted, die die US-Filmfirmen rechtlich in Schweden vertritt, der Tageszeitung. "Sie wurden wegen krimineller Handlungen zu Gefängnisstrafen verurteilt, aber sie haben diese Aktivitäten trotzdem nicht eingestellt."
Das Schreiben listet laut The Local auf vier Seiten die Titel von Filmen und Fernsehserien auf, deren illegaler Tausch weiterhin über Pirate Bay ermöglicht werde, darunter etwa House, Desperate Housewives, Die Hard, Harry Potter oder Matrix. "Wir haben uns gezwungen gesehen, einen Gerichtsbeschluss zu beantragen, der die Verbreitung dieser rund 100 Filme und Fernsehsendungen unterbindet" , so Wadsted.
Die Seifenoper geht weiter
Die Beschuldigten sehen dem Verfahren gelassen entgegen. Das sei nur eine weitere Episode der Seifenoper um Pirate Bay, sagte Sunde dem Blog Torrentfreak(öffnet im neuen Fenster) und wies auf einige formale Fehler hin. So sei der Antrag nicht an ihrem Wohnort eingereicht worden. Außerdem stimmten die Angaben zum Eigentümer nicht. Sunde glaubt, die Musik- und Filmindustrie wolle auf diese Weise den Verkauf von Pirate Bay erschweren.
Der Torrent-Tacker ist kürzlich von Global Gaming Factory X gekauft worden. Das schwedische Unternehmen plant, den Dienst legal weiterzuführen. Die Filmindustrie begrüße das, sagte Wadstad. "Wenn die Site legal wird, ist das gut für uns."
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