Flashmob - Braunschweig vertreibt die Internetmeute

Einige Jahre lang war es dann ruhig um diese Freizeitbeschäftigung, doch seit 2007 findet sie wieder Nachahmer. Mehr denn je. Im März 2008 beispielsweise ging bei einem Frikadellenbräter in Berlin eine Bestellung über 10.355 Cheeseburger ein. Auf eben jenem Schlossplatz in Braunschweig verharrten am 1. April Hunderte Menschen fünf Minuten lang regungslos. World Freeze Day hieß die Aktion - die Braunschweig ebenfalls nicht mehr tolerieren will. Sie fand auch in Stockholm, Wien und Vancouver statt. Höhepunkt der Flashmob-Aktionen hierzulande war die Strandparty auf Sylt Mitte Juli.

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Warum machen die das? Aus Spaß, als subversive Kritik an der Gesellschaft, als Machtdemonstration, um schmunzelnd Unruhe zu stiften. Gründe gibt es einige, keiner davon jedoch überzeugt deutsche Ordnungsämter.

Die Probleme der Ordnungsbehörden

Wie aber verbietet man eine Veranstaltung, die sich innerhalb weniger Tage im Netz entwickelt? Wie erfahren die Ordnungshüter überhaupt davon? Das Braunschweiger Ordnungsamt offensichtlich bekam auf dem üblichen Weg Wind von den Plänen - über das Internet. Ein Mitarbeiter habe bei StudiVZ "eine Moderatorin der Flashmob-Gruppe ausgefragt" und seine Adresse "über StudiVZ, Myspace und die Subway herausgefunden", wie der Initiator Dirk Schadt bei Indymedia schreibt. Die Kreativität hat ihn offensichtlich verstört: "Bei den Wörtern 'aushorchen', 'ausspitzeln' und 'melden' musste ich irgendwie an eine Behörde aus einem ehemaligen Nachbarland der BRD denken ... Shocked."

Dennoch will sich der Künstler von seiner Idee des Platz-Picknicks nicht abbringen lassen. Ein Sprecher der Stadt sagte Zeit Online, Schadt habe das Ganze nun zu einem anderen Termin als Versammlung angemeldet. Ein politisches Thema solle dann im Vordergrund stehen, nicht der "Picknick-Charakter". Ein Problem habe man dann nicht mehr, schließlich gebe es damit einen ordentlichen Versammlungsleiter und die übliche Liste an Auflagen.

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Doch anderen genügt das nicht. Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus forderte nach der Syltparty via Bild bereits, Derartiges zu verbieten. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Tausende unorganisiert feiern und anschließend die Gemeinschaft den Dreck wegräumen und die Folgen bezahlen muss", sagte er. Wenn es keine Handhabe gebe, Initiatoren solcher Partys die Kosten in Rechnung zu stellen, müsse die Möglichkeit einer Gesetzesänderung geprüft werden.

Die mobilisierende Kraft des Internets

Der Verdacht liegt nahe, dass der Innensenator auf die Flashmobs schimpft, aber eigentlich über die mobilisierende Kraft des Internets verärgert ist. Interessanterweise mussten sich die Menschen erst tausendfach digital vernetzen, bis jemand derartige Gesetzesänderungen forderte. Immerhin hat sich die Stadt Berlin jahrelang mit den Betreibern der Love Parade gestritten, wer für den anfallenden Müll zahlen muss, da Tanzen keine politische Versammlung sei. Gesetze wurden deswegen aber nicht geändert. [von Kai Biermann, Zeit Online]

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 Flashmob - Braunschweig vertreibt die Internetmeute
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Knux 02. Aug 2009

Für das Schützenfest brauchst du eine kostenpflichtige Sondernutzungserlaubnis.

mrquraks 29. Jul 2009

Hartes Durchgreifen ist Abschreckenden Wirkung ist ja auch beabsichtigt um das Volk...

ElZar 29. Jul 2009

lol das ist ja krass, komisch daß heise/golem das nicht aufgenommen haben, oder ich habs...

flasherle 29. Jul 2009

ja sehr viele aus belgien, holland, poolen, schweiz, österreich, italien, frankreich...

M:Kessel 29. Jul 2009

Genau! Die haben Angst davor, das irgendwann mal ein Flashmob mit Fackeln und Forken vor...



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