Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest: The Conduit - Action mit Aliens auf der Wii

Actionspiel von Sega exklusiv für die aktuelle Nintendo-Konsole. Ein Geheimagent im Kampf gegen eine außerirdische Invasion: Was bei Shooterfans ein müdes Lächeln auslöst, wird von erwachsenen Wii-Besitzern seit Monaten erwartet. Der Actiontitel The Conduit wurde exklusiv für Wii entwickelt und soll die Nintendo-Konsole erstmals an ihre technische Grenze bringen.
/ Thorsten Wiesner
40 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Wer als Besitzer einer Xbox 360 oder Playstation 3 einen flüchtigen Blick auf The Conduit wirft, kann die Aufregung um diesen Titel kaum nachvollziehen. Die Story ist sehr vorhersehbar: In der Rolle des amerikanischen Geheimagenten Ford kommt der Spieler einer Alieninvasion mit Regierungsbeteiligung auf die Spur. Der Levelaufbau ist linear, die Spielzeit mit gut sieben Stunden eher kurz. Auch das Spielprinzip wirkt kaum aufregend: ein typischer Ego-Shooter eben, wie es ihn auf anderen Konsolen zuhauf gibt.

Ganz anders ist die Lage für die Fans der Wii. Denn auf dieser Konsole sind solche Spiele Mangelware – abgesehen von Nintendo-Titeln wie Metroid Prime oder lieblosen Portierungen bekannter Actionreihen. Das Entwicklerteam High Voltage konzentrierte sich von Beginn an einzig und allein auf die Wii. Und was sie in puncto Story an Originalität und Feinschliff vermissen lassen, holen sie bei Bedienung und Technik wieder raus.

Die Steuerung ist vorbildlich: Derart viele Optionen bot wohl noch kein Wii-Titel. Bewegungsgeschwindigkeit, Sensibilität, Knopfbelegung, Bildausschnitt und vieles mehr – praktisch alles lässt sich bis ins kleinste Detail für Nunchuk und Wiimote einstellen, so dass wirklich jeder seine optimale Bedienung finden dürfte. Die nächste Überraschung wartet beim Betreten der ersten Tutorial-Level: The Conduit sieht beeindruckend gut aus – und im Grunde kaum schlechter als ein gelungener Xbox-360-Titel. Viele Details, gelungene Licht- und Schatteneffekte, nur gelegentliche Ruckler – wo Wii-Titel sonst oft solides Mittelmaß bieten, wirkt The Conduit, als hätten die Entwickler die Technik an ihre Grenzen getrieben.

Das eigentliche Spiel läuft dann allerdings recht vorhersehbar ab: Welt betreten, Infos erhalten, zahlreiche und sich oft wiederholende, durchschnittlich intelligente Gegner ausschalten und immer so fort. Langweilig wird das trotzdem nicht, denn einerseits ist immer genug zu tun und die Entwickler haben für genügend Action auf dem Bildschirm gesorgt. Andererseits bringen viele interessante Extras Abwechslung. So führt der Spieler in Form des – allsehenden Auges – ein Hilfswerkzeug mit, das Räume und Gegenstände scannt und beispielsweise Schalter und Türen ausfindig macht, wo dann wiederum Munition oder Waffen warten.

Ist die Kampagne erfolgreich absolviert, geht es in den typischen Mehrspielermodi wie Deathmatch weiter. Die Optik ist nicht ganz so detailreich wie in der Kampagne, spielerisch sind die Karten aber ebenfalls gelungen.

The Conduit ist exklusiv für Nintendo Wii im Handel erhältlich, kostet etwa 50 Euro und hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

The Conduit revolutioniert das Gerne der Ego-Shooter nicht – dafür sind Story, KI und Gegnervielfalt zu durchschnittlich. Ein richtig gutes Spiel mit grandioser Präsentation, vorbildlicher Bedienung und äußerst kurzweiliger Action ist High Voltage und Sega aber gelungen. Wii-Besitzer sollten nicht nur aufgrund mangelnder Konkurrenz Jagd auf diese Aliens machen.


Relevante Themen