Computerspieler planen Demonstrationen
Eines haben vermeintliche Jugendschützer wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ( 'Killerspiele [...] stehen [...] auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie' ) oder der Kriminologe Christian Pfeiffer ( 'Games-Konzerne dienen als Teil des militärisch-industriell-medialen Komplexes' ) erreicht: Computerspieler sind politischer geworden. Anfang des Monats hat die Onlinepetition 'Gegen ein Verbot von Action-Computerspielen' innerhalb weniger Tage die für eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss im Deutschen Bundestag erforderlichen 50.000 Mitzeichner gefunden.
Nun stehen Demonstrationen in drei deutschen Städten bevor: Am Samstag, dem 25. Juli 2009 wird unter dem Motto "Wir sind Gamer – Demonstrationen für Spielkultur" in Berlin, Köln und Karlsruhe protestiert.
Die Veranstalter ""fordern ein Ende der Stigmatisierung" " durch Politiker und einige Medien, sowie "eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Spielkultur in Deutschland" ". Es soll gezeigt werden, dass "Computerspiele längst Kulturgut sind und Menschen jeder Generation rund um den Globus verbinden" ". Die Spieler verstehen nicht, "wieso Spiele mit einer Freigabe ab zwölf beziehungsweise 16 Jahren von Erwachsenen nicht gespielt werden dürfen" .
In einer Mitteilung nehmen die Veranstalter direkt Bezug auf das Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Actioncomputerspielen, das die Innenminister der Länder am 5. Juni 2009 gefordert hatten und das auch bei der Onlinepetition Gegenstand der Kritik ist.
Die geplanten Demonstrationen sind teils Folge einer Demonstration, die am 5. Juni 2009 in Karlsruhe stattgefunden hat. Auslöser für den Protestmarsch war, dass eine E-Sport-Veranstaltung auf Druck der Lokal- und Landespolitik abgesagt werden musste.
Nähere Informationen zu den geplanten Demonstrationen sind auf der Webseite www.wirsindgamer.de(öffnet im neuen Fenster) zu finden.