"Wir müssen Lebensraum im All schaffen"
Handelsblatt: Welche Bodenschätze auf dem Mond würden sich denn für einen Abbau anbieten?
Spohn: Um ehrlich zu sein: Im Moment würde es sich nicht rentieren, irgendetwas auf dem Mond abzubauen. Helium-3 wird gern als möglicher Rohstoff für die Energiegewinnung genannt, aber auch hier ist eine wirtschaftliche Nutzung nicht absehbar.
Zudem würde der Abbau etwa von Helium-3 bedeuten, dass wir den Mond als "wissenschaftliches Archiv" des frühen Sonnensystems verlieren würden. Denn der Abbau würde die Mondoberfläche ähnlich stark verändern wie es auf der Erde der Braunkohle-Tagebau tut. Und hier müssen wir abwägen: Wollen wir den Mond erhalten, wie er ist - oder wollen wir ihn gnadenlos ausbeuten. Ich denke, so lange wir es uns leisten können, sollten wir auf Rohstoffe vom Mond verzichten.
Handelsblatt: Brauchen wir den Mond als Sprungbrett zum Mars?
Spohn: Sicher ist die Idee eines Flugs zum Mars auch etwas, was unser "Entdecker-Gen" anspricht. Und die große Resonanz auf die Marsflug-Initiative von Expräsident George W. Bush hat das erst vor wenigen Jahren wieder bewiesen. Die Idee einer bemannten Marsmission wird solange aktuell bleiben, bis wir dort gewesen sind - oder bis wir eingesehen haben, dass es nicht geht.
Die Herausforderungen eines Marsflugs sind gewaltig: Immerhin reden wir hier von bis zu drei Jahren, die eine Raumschiffcrew unterwegs ist - eine kleine Gruppe, die sich nicht aus dem Weg gehen kann. Dazu neben der Schwerelosigkeit die Strahlenbelastung, die so ein Langzeitflug mit sich bringt - das sind nur einige der großen Probleme, die noch zu bewältigen sind.
Wenn wir wirklich einmal so weit sind, dass wir uns eine solche Langzeitmission zutrauen könnten, ist es eine Frage der Strategie, ob wir zuerst zum Mond fliegen oder gleich zum Mars. Lange galt der "Zwischenschritt" Mond als notwendige Voraussetzung für eine Marsmission. Inzwischen mehren sich die Stimmen, vor allem in den USA, die eine Mondlandung als unnötige Verzögerung empfinden. Ob sich diese Sicht durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.
Die oft gehörte Meinung, man könne ein Marsraumschiff wegen der gewaltigen Dimensionen nicht von der Erde aus starten, sondern müsse es auf dem Mond zusammenbauen und starten, halte ich für wenig überzeugend. Die technologischen Herausforderungen für den Transport zum Mond und den Bau dort sind so groß, dass wir gleich auch nach Möglichkeiten suchen können, wie wir das komplette Raumschiff von der Erde oder vom erdnahen Weltraum aus starten.
Allerdings sehe ich heute noch nicht die letztlich zündende Idee, die einen Flug zum Mars entscheidend vorantreiben könnte. Bei der Mondlandung war es der Wettlauf zwischen den USA und der UdSSR, der sich als treibende Kraft erwies. Einen solchen Motor vermisse ich für den Marsflug noch - und so lange er fehlt, wird es schwer sein, ein solch ambitioniertes Ziel zu erreichen. Sicherlich müsste es sich um eine globale Anstrengung handeln, die alle Erdlinge vereint. [von Thomas Trösch / Handelsblatt]
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