Neue Konzepte für Browser-Tabs - von vertikal bis radial

Liz Blankenship, Jakob Hilden und Kerry Kao haben mit ihrem Projekt TabViz den ersten Preis in der Kategorie Innovation gewonnen. Tabs werden hier radial dargestellt, ausgehend von der linken unteren Ecke. Die einzelnen Tabs enthalten dabei verkleinerte Darstellungen der offenen Webseiten. So soll Nutzern ein schneller Überblick der offenen Tabs ermöglicht werden. Die radialen Tabs werden dabei in einer Mutter-Kind-Beziehung angeordnet.
Die Arbeit an TabViz sowie die zugrundeliegenden Ideen und Konzepte beschreiben Blankenship, Hilden und Kao in ihrem Blog unter tabviz.org(öffnet im neuen Fenster) . Ein Prototyp steht in Form einer Firefox-Erweiterung unter code.google.com/p/tabviz(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit und liegt auch im Quelltext vor.
In der Kategorie Execution gewann Martin Polley mit seinem Projekt Collapsible Tab Groups. Er widmet sich der Herausforderung, eine große Zahl von Tabs zu organisieren, bleibt dabei aber dem bekannten Tab-Konzept treu. Polley ordnet Tabs vertikal an, so dass in der Standardkonfiguration deutlich mehr Tabs auf den Bildschirm passen.
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Tabs zu verwandten Themen können in Gruppen organisiert werden, wobei einzelne Tabs per Drag-and-Drop einem Thema zugeordnet werden können. Nicht benötigte Gruppen können dann zusammengeklappt werden, um Platz für andere Tabs zu schaffen. Mit Hilfe von Filtern lassen sich gezielt Tabs wiederfinden, auch wenn sie gerade nicht sichtbar sind. Ändern sich Inhalte in einem Tab, wird das hervorgehoben, so dass Nutzer auf neu eingehende E-Mails oder Chatnachrichten direkt reagieren können.
Im aktuellen Mockup noch nicht umgesetzt sind Sticky-Tabs, also Tabs, die immer im Blickfeld bleiben, und Tab-Highlighting, womit sich Tabs gezielt farblich markieren lassen.
Darby Thomas, Danielle Kanastab und Alex Mattice gewannen in der Kategorie Interaction mit ihrem Wave Concept. Sie ordnen Tabs in Form von Thumbnail-Darstellungen am oberen Rand des Browserfensters an. Eine sogenannte Tsunami-Animation, ähnlich wie im Dock von MacOS X, vergrößert die Thumbnails in der Nähe des Mauszeigers. So wird es möglich, einige Tabs extrem klein darzustellen und so Platz zu sparen. Thumbnails mit weniger als 16 Pixeln Höhe werden durch das jeweilige Favicon ersetzt. Die einzelnen Tabs werden zudem nach Domains gruppiert, Tabs einer Domain untereinander dargestellt. Ein Lautsprechersymbol zeigt, aus welchen Tabs Ton kommt.
Wird die Wave nicht benötigt, ist sie nicht sichtbar. Erst wenn der Nutzer mit dem Mauszeiger die URL-Zeile berührt, erscheint die Wave mit den Thumbnails. Sortiert wird standardmäßig chronologisch nach Zeit, auf Wunsch können die Tabs aber auch alphabetisch nach Domain oder einem vom Nutzer vergebenen Namen angeordnet werden.
Zudem kann die Wave in zwei kleinere Wavelets unterteilt werden, was dem Nutzer eine Trennung nach Art des Inhalts ermöglicht. Die Wavelets können in der Größe angepasst und im Fenster platziert werden. Auch das Browserfenster selbst kann geteilt werden, wobei die Scrollbar wegfällt und durch Pfeile am unteren Rand des Browserfensters ersetzt wird, um Platz zu sparen.
Grady Kelly gewann in der Kategorie Producible mit Favitabs. Er reduziert Tabs auf die Favicons der geöffneten Seiten und bringt so recht viele Tabs nebeneinander unter. Zudem erlaubt es Favitab, die offenen Tabs in Ordnern zu organisieren, die in einer Zeile über den eigentlichen Tabs angeordnet sind. Reicht die Bildschirmbreite dennoch nicht, kann mit kleinen Pfeilen links und rechts gescrollt werden.
Werden die Favitabs ausgeklappt, zeigen sie die jeweils dargestellte URL und wie lange der Nutzer welches Tab genutzt hat. Die Sortierung der Favitabs kann vom Nutzer geändert werden. Neben einer alphabetischen Ordnung nach Tab-Name und einer Gruppierung nach Domain lassen sich die Favitabs auch danach sortieren, wie lange sie benutzt wurden. Darüber hinaus stellt Favitab eine Zeitleiste bereit, die anzeigt, wann welches Tab geöffnet wurde. Hier kann auch nach Domains gefiltert werden.
Sein Favitab-Konzept präsentiert Kelly unter favitabs.com(öffnet im neuen Fenster)
Den Publikumspreis gewann Faber Ludens mit CubeZilla(öffnet im neuen Fenster) . Hier werden jeweils bis zu neun Tabs auf jeder Seite eines Würfels dargestellt. Werden mehr Tabs einer Würfelseite zugeordnet, kann eine Übersicht der jeweiligen Tabs angezeigt werden. Ergänzt wird der Würfel um eine Thumbnail-Leiste am oberen Bildschirmrand. Sie zeigt jeweils die offenen Tabs, die der aktuellen Würfelseite zugeordnet sind.
Weitere Ideen und Konzepte rund um Browser-Tabs, die im Rahmen des Wettbewerbs eingereicht wurden, finden sich unter design-challenge.mozilla.com/summer09(öffnet im neuen Fenster) .